Labels

Mittwoch, 26. November 2014

Hamburg - Hafen und Eisenbahnkinderträume

Letzte Woche hab ich mich mal in den hohen Norden begeben. (Von hier aus gesehen natürlich!)
Einige der Fotos möcht ich euch heute dazu vorstellen, natürlich nicht so Touristenobjekte, denn die könnt ihr auch googlen.



Schiffswerften und Containerumschlagplatz an der Elbe


Das hier oben ist natürlich der berühmte Hamburger Hafen an der Elbe. Wohlgemerkt, Hamburg liegt NICHT am Meer!! Da muss man noch ne ganze Weile Elbabwärts fahren. Vielleicht hatte die Stadt gerade deshalb so eine bedeutende Position bekommen, weil sie nicht am offenen Meer, sondern geschützt im Hinterland lag.


Hafenrundfahrt an der Elbe


Wenn ich euch etwas empfehlen kann, dann eine Hafenrundfahrt in der Dämmerung zu machen. Nichts ist schöner als Sonnenuntergang auf der Elbe. Wenn dann die Nacht herein bricht, fährt man entlang der beleuchteten Stadt durch dunkles Elbwasser. Ein grandioser Anblick.



Hamburger Hafen bei Nacht

Aber Hamburg ist ja nicht nur Hafen. Kleine und große Kinderherzen höher schlagen lässt auch ein Besuch in der Miniaturwunderwelt. Da empfehle ich gleich in der Früh hinzugehen, da ist das Gedränge noch nicht so groß.


rechts unten: Der FKK-Strand :-)


Ganze Welten werden hier mit der Eisenbahn befahren. Die schweizerische und österreichische Bergwelt, ein großer Flughafen, Amerika mit Wüste und der ganz hohe Norden mit Schnee. Bewundernswert so ein Hobby zu haben. Man stelle sich all die Kleinarbeit vor, die nötig ist, um auch nur eines dieser Gebäude zu bauen.


von der Wüste über Schnee bis in den Weltraum


Hamburg verfügt über schöne Parkanlagen und Gärten, die auch im Winter zum Spazieren einladen. Aufpassen sollte man jedoch, wenn man versucht, Honig aus Hamburg zu kaufen. Immer wenn mir ein Glas Hamburger Honig vom Regal entgegenschaute, entpuppte sich dieser beim Umdrehen als "Mischung aus Hamburger Honig und Honig aus EU-Ländern"
Über das Mischungsverhältnis stand leider nichts drauf.


Hamburgs Parkanlagen in Herbstbunt


Zum Glück fand ich dann doch noch mein Gläschen mit dem goldenen Inhalt auf einen Marktstand.
Ach ja, da wir bei Markt sind. Die Weihnachtsmärkte hatten noch nicht offen, bis auf einen: Den Santa Pauli, dem Weihnachtsmarkt auf der Reeperbahn. War sehr lustig anzusehen, wenn auch nicht ganz jugendfrei. hihihi



Santa Pauli, nicht ganz so jugendfrei. :-)

Natürlich durfte bei mir auch ein Besuch am Friedhof nicht fehlen. Und zwar der Friedhof von Ohlsdorf, in dem die ganze Hamburger Prominenz begraben liegt. Auch zwei Gräber-Freilichtmuseen sind vorhanden und eine keltischer Grabhügel.



Friedhof bei Nebel

An jenem Tag war es den ganzen Tag nebelig und trüb. Eigentlich genau das Richtige für einen Friedhofsbesuch. Mich erinnert das immer an das Liedchen von Reinhard Mey, der in der Mittagspause mit dem Laptop in der Hand den Friedhof besucht, um sich schon mal vertraut zu machen "...mit dem Platz, an dem man mich eines Tages verstaut"



was bleibt sind Blumen am Grab

Vielleicht sollten wir öfter mal einen kleinen Spaziergang am Friedhof unternehmen, genau wie der liebe Reinhard. Ganz besonders die, die außer Arbeit und Geld sammeln nichts anderes kennen. Erst vor einem Grab wird uns bewusst, dass am Ende alle Mühe umsonst war. Jedermann konnte sein Geld auch nicht mitnehmen, obwohl er es geglaubt hat. Doch was im Leben wirklich zählt, ist, was du für ein Mensch gewesen bist. Hinterlassen wirst du am Ende nur deine Taten.



Brücke in eine andere Welt

Von den Toten wieder zu den Lebenden. Empfehlen kann ich auch das Maritime Museum mit vielen tollen Modellschiffen und Geschichte der Seefahrt zum Lernen.
Das kleine Schiff da unten ist kein Gemälde, obwohl es so aussieht, sondern ein riesiges Modell, dass im Museum von der Decke hing.


Modellbausegelschiffchen

Neben der Elbe gibt es auch noch die Alster, die einst Hamburg durchquerte. Heute bildet sie mit zwei kleine Seen in der Mitte der Altstadt die sogenannte Binnenalster und Außenalster. Viel Grün rundherum lädt zum Spazieren ein und kleine Bootstouren kann man auch machen.


Worauf da wohl gewartet wird an der Alster?

Leider konnte ich den Fischmarkt nicht besuchen, da dieser nur am Sonntag ist. Aber ich habe mir vorgenommen, Hamburg noch mal zu besuchen, vielleicht auch mal im Sommer.


Die schöne Elbe bei Dämmerung


Und mit diesem Foto des lieben Weihnachtsmannes verabschiede ich mich von der Stadt an der Elbe. Hamburg ist eine wunderschöne Stadt, allein der Hafen ist es wert, dieser mal einen kleinen Besuch abzustatten.



Der Weihnachtsmann lässt grüßen


"Das was wir hinterlassen ist nicht so wichtig, wie die Art wie wir gelebt haben. Denn letztlich, Nummer 1 sind wir alle sterblich.."
Captain Picard - Star Trek

Dienstag, 14. Oktober 2014

Der Großglockner und das ewige Eis

und hier kommt nun der zweite Teil! Nämlich vom Urlaub im schönen Salzburger Land. Kaprun gibts im vorigen Post zu lesen und nun gehts weiter zum höchsten möglichen Punkt Österreichs:

Der Großglockner, der höchste Punkt Österreichs


Und wer weiß es nun? Wie hoch ist denn der Großglockner? Der Gipfel, der auf obrigen Bildchen im Nebel versunken ist, befindet sich 3798 Meter über der Adria und ist damit der höchste Punkt Österreichs. Und nein, ich war nicht ganz oben. Ganz so motiviert bin ich nun auch wieder nicht.


Die Glockner Hochalpenstraße

Von Kaprun kommend bin ich hinunter Richtung Kärnten über die Hochalpenstraße gefahren. Zum Glück als Fahrer, denn als Beifahrer wäre mir wohl mehr als schlecht geworden. Diese ganzen Kurven sind echt nichts für mich. Aber was tut man denn nicht alles, nur um mal die Pasterze zu sehen.


Die Reste der Pasterze


Und hier ist sie nun die berühmte Pasterze am Fuße des Glockners. Den Ausläufer auf der anderen Seite haben wir ja schon in Kaprun gesehen.

Die Pasterze ist 8km lang und hat seit 1950 die Hälfte ihres Volumens eingebüßt.

Als man das nette Hüttchen links am Bild gebaut hat, war das gesamte Tal vom ewigen Eis bedeckt.

Doch der Gletscher ist gar nicht so alt, wie man glauben mag. Funde beweisen, dass vor 3500 Jahren das Gebiet als Weideland gedient hatte. Ob wir jetzt auch auf so eine Warmperiode zusteuern?

Durch unsere Schuld oder nicht?








Ja, und hier unten ist er nun. Der Großglockner Gipfel in all seiner Pracht. Sehr ihr die kleinen Ameisen in der Mitte? Im Laufe des Tages konnte ich beobachten, wie sich die beiden Gruppen nach oben bewegten bis hinauf zum Gipfel. Glück auf!!


Gipfelsturm auf den Großglockner

Der Großglockner gilt als einfacher Berg und wurde im Jahre 1800 zum ersten Mal bestiegen. Links neben diesen Gipfelaufbau am Bild befindet sich die Erzherzog-Johann Hütte auf 3454 Metern. Sie dient als Ausgangspunkt zum Gipfelanstieg.


und immer grüßt das Murmeltier

Aber auch in dieser Höhe wimmelt es nur so von Leben. Um die Franz Josefs Höhe herum herrscht geschäftiges Treiben. Murmeltiere sind auf Futtersuche oder balgen sich herum. Ein paar von denen hab ich vor die Kamera bekommen, leider keine der berühmten Gämsen.


nach unten durch die Geschichte


und dann geht es abwärts durch die Zeit. Immer wieder findet man Schildchen, die einem darauf aufmerksam machen, wie sehr der Gletscher schmilzt.


Abstieg zum ewigen Eis der Pasterze

Man möchte es jetzt nicht glauben, aber auch der Glockner gehört jemanden. Wie jedes Futzerl Erde in Österreich hat auch der höchste Berg einen Besitzer. In dem Fall der Alpenverein. Na hoffentlich passt er gut auf ihn auf, damit ihn keiner wegträgt...



Großglockner Impressionen

Links oben: Die ersten Schritte im ewigen Eis. War ein langer Abstieg dorthin, denn wenn man einmal unten im Tal angekommen ist, erwartet einem nur ein riesiger Gletschersee. Bis zum tatsächlichen Eisrand muss man noch mal eine Stunde wandern.



Gletschersee am Fusse der Pasterze

Nach dem Besuch der Pasterze muss man nun den ganzen Weg wieder nach oben gehen. Aber der anstrengende Aufstieg ist nicht mal so schlimm, hat man doch ringsum die wunderschöne Landschaft zum Betrachten. Angesichts der rapiden Gletscherschmelze bin ich doch froh dort unten gewesen zu sein, wer weiß, wie lange es die Pasterze noch gibt, eh sie ganz dahin geschmolzen ist.



Durch die höchsten Berge Österreichs über jede Menge Kurven

Entlang der Hochalpenstraße befinden sich eine ganze Menge Aussichtspunkte, kleine Museen und Ausstellungen und natürlich auch ein paar Almen, auf denen es zum Teil auch hausgemachte Speisen gibt. 


Blühende Almen in luftigen Höhen

Auch ein botanischer Lehrpfad lädt zum Bewandern ein. Wer kann sie nun benennen, all die hübschen Blümchen da unten? 
Woher ich die Namen weiß? Ok, ich geb zu, ich hab die Namensschildchen mitfotografiert.


gelb: Alpensonnenröschen
weiß: Silberwurz
rechts unten: Alpenhelm

 und mit dem schönen Foto unseres Kaisers verabschiede ich mich vom den hohen Gefilden. Als der liebe Franzl mit jungen 26 Jahren von Heiligenblut aus nach oben stieg, erreichte er nach 4 Stunden Wanderung die Pasterze. Damals reichte sie noch bis dort hinauf. Und da es nicht irgendwer, sondern der Kaiser persönlich war, hat man die Anhöhe auch gleich Kaiser-Franz-Josefs-Höhe nach ihn benannt.


Der liebe Franzl am Großglockner


Den Großglockner kann ich euch nur empfehlen, allerdings braucht ihr ein Auto mit guten Bremsen, ich habe so einige ältere Modelle neben ÖAMTC-Wagen am Straßenrand stehen sehen. Die Landschaft unterwegs ist einfach atemberaubend, ich wage zu sagen: Eine der schönsten der Welt. Und ich hab schon so einige gesehen. hihi :-)


und wer weiß, vielleicht wars ja nicht das letzte Mal und ich kann noch einmal im Leben einen Blick auf die Pasterze werfen, ehe sie für immer weggeschmolzen ist.




Richard Leakey, der sich sein ganzes Leben mit der Entstehung der Menschheit beschäftigt hat, ist der Meinung, dass die nächste Spezies auf Erden, die aussterben wird, der Mensch sein wird. 99% aller Lebewesen, die je existiert haben, sind ausgestorben auf diesen Planeten. Aber keines davon hat es freiwillig getan. Wir, die Menschen, sind die erste und einzige Spezies in der drei Milliarden andauernden Geschichte des Lebens, die bewusst ihr Aussterben verursachen, indem wir die Ressourcen unseres Planeten ausbeuten. Doch noch ist es nicht zu spät.  Ich glaube fest daran, dass wir es gemeinsam schaffen können unsere Welt und uns selbst zu retten. Jeder von uns muss dazu seinen Beitrag leisten und zwar unabhängig davon, ob die anderen es auch tun. Sei mutig der Erste!!!


sum sum
eure
Sa-Bine

Donnerstag, 2. Oktober 2014

Kaprun und Geschichten aus der Steckdose

Heute möchte ich euch mal zeigen, wo mich mein Sommerurlaub hingeführt hat. Ich dachte mir, fährst du mal zum höchsten möglichen Punkt in Österreich. Also wo war ich? -> Na klar doch, am Großglockner. Aber die Geschichte gibts ein andermal. Denn meine Reise begann in Kaprun.


Kaprun - Sommerurlaub

Obwohl das Wetter eher saumäßig war diesen Sommer, hab ich mit dem Urlaub Glück gehabt und bin bei 30°C im Schatten herumgewandert. In den höheren Gefilden wars dann richtig angenehm. Was wünscht man sich mehr.


Wie kommt der Strom in die Steckdose?


Und oben am Foto sieht man auch gleich das Thema für den heutigen Abend: Der Strom!!
Hier im Marchfeld landen öfter mal diese Protestzettelchen in meinem Briefkasten gegen die vielen Windräder die hier herumstehen. Und da frag ich mich dann schon: Na ja und wenn wir die Windkraftwerke nicht bauen, woher kriegt dann meine Kaffeemaschine den Strom jeden morgen? Wie lade ich das Handy auf und wo stecke ich den Computer an, vor dem ich grad sitze??


Vorne: Kaprun - im Hintergrund: Das Kitzsteinhorn

Selbst wenn wir schlafen verbrauchen wir Strom, oder schaltet ihr euren Kühlschrank in der Nacht ab? Das wir total abhängig sind vom Erdöl, haben wir in diesem Post hier schon geklärt. Und nach dem Erdöl kommt der Strom..


Stausee Kaprun

Der Strom in Österreich wird zu 65% aus Wasserkraft erzeugt. Windenergie ist nur mit 5% vertreten. Und auch wenn wir kein Atomkraftwerk haben, so kommt doch 2% von eben diesem. Nur halt aus dem Ausland eingeführt.
Kaprun ist das drittgrößte Speicherkraftwerk Österreichs und besteht aus mehreren Stufen, die man alle toll bewandern kann. Ein Shuttlebus bringt einen ganz nach oben und die Aussicht ist großartig,


im Hintergrund: Die Ausläufer der Glockner-Pasterze

Das viele Wasser ist kein anderes als das geschmolzene Wasser des Glocknergletschers, der Pasterze.
Die Pasterze führt vom Glockner bis nach Kaprun hinunter, wo die letzten Ausläufer zu sehen sind. Und nein, die Stauseen sind nicht schuld daran, dass der Gletscher schmilzt, sondern wir, die wir globale Erwärmung verursachen.
Aber zurück zum Strom.


links unten: in meiner Hand das ewige Eis... oder mehr: die Reste davon

Wer könnte besser erklären, wie der Strom funktioniert, als Peter Lustig? Die Löwenzahn-Geschichte gibts hier zu entdecken. Also ansehen und schlau werden. :-)


eine Ziegenherde kreuzt den Wanderweg

So, und nun wollen wir mal wissen, welches Kraftwerk nun das umweltfreundlichste ist. Versucht mal Google zu fragen, das Thema ist mehr als umstritten. Jede Seite hat gute Argumente für ihre These, aber als Laie hab ich nun wirklich keine Ahnung was stimmt.


Nur der steilste Weg führt zum Gipfel

In einem sind sich alle einig: Kraftwerke sind Methan und CO2-Schleuderer und verursachen hier in Österreich 17% der Treibhausgas-Emissionen. Das Kohlekraftwerk ist eine riesige CO2-Dreckschleuder, einige davon sind noch in Betrieb in Österreich.
Stauseen dagegen sind Methanproduzenten, mal abgesehen davon, dass die Anlage von einem Stausee riesige Landschaftsveränderungen mit sich zieht, man bedenke mal all den Beton für die Errichtung und die Kulturlandschaft, die plötzlich unter Wasser steht.



Hummeln, Wildbienen und jede Menge Blümchen,,,


Aber es geht noch schlimmer. In Gebieten, wo eh schon wenig Wasser ist, schaffen es Flüsse nicht mal mehr bis zum Meer. Berühmtestes Beispiel der Colorado im Südwesten der USA. Der Stausee versorgt die Wüstenstadt Las Vegas mit Strom. Einen verschwenderischeren Anblick als das Lichtermeer von Las Vegas gibt es kaum auf der Welt. Das Ökosystem des Colorado ist inzwischen total zerstört und der Fluss versiegt schon lange, bevor er den Pazifik erreicht. Die Bewohner der Wüstenregionen Mexikos, die auf das Colorado-Wasser angewiesen sind, dürfen nun verdursten.


Ritterfest in Kaprun: Für große und kleine Ritter

Wie siehts denn nun mit Windkraft aus? Die CO2-Bilanz ist leider noch schlimmer, also die von Wasserkraftwerken. Dafür gibts kein Methan.
Ihr seht schon. Wie mans dreht und wendet, jede Stromerzeugung geschieht auf Kosten der Umwelt. Genau wie beim Erdöl hab ich auch da keine Lösung gefunden, außer die: Aktiv Strom sparen! Wie das geht, darüber werd ich mich in nächster Zeit genauer informieren.


Die Bienen in luftigen Höhen

Auf meiner Wanderung zwischen den Stauseen gabs auch einen kleinen Regenschauer, der der einzige in diesem Urlaub blieb. Und als ich mich über den Regen ärgerte, blickte ich nach unten und entdeckte die Bienenbeuten hinter der Scheune. Schon war ich wieder fröhlich, zu sehen, dass es auch hier oben noch Bienen gibt.
Kaprun kann ich als Reiseziel nur empfehlen. Ein hübsches kleines Städtchen am Fusse des Kitzsteinhorn mit viel Wandermöglichkeiten und Bienen drum herum.

sum sum
eure
Sa-Bine




Sonntag, 28. September 2014

Hört ihr wie das Volk erklingt?

Heute war ein herrlicher Herbstsonntag, gerade richtig für einen Ausflug, um die Herbstgartentage in Schloss Hof zu genießen. Und weil ich über das Schloss schon hier berichtet habe, erzähle ich euch zu den Bildern etwas ganz anderes.


Das Herbstrad

Vor einiger Zeit war ich einer der bekannten Supermarktketten und legte einen Kohlrabi aufs Förderband. Der junge Mann an der Kassa, vielleicht 16 oder 18 Jahre, suchte auf den Kärtchen oberhalb der Kassa nach den richtigen Eingabecode für den Preis.
Nach einer Weile gab er verzweifelt auf, sah mich an und hielt mir den Kohlrabi vor das Gesicht: "Entschuldigung, aber was ist denn das für eine Pflanze?" fragte er mich und ich wusste nicht, ob ich lieber lachen oder weinen sollte.


Schloss Hof im Herbst

Eigentlich eine wirklich traurige Geschichte. Der Junge an der Kasse hat in seinem Leben noch nie einen Kohlrabi gesehen. Wer weiß, was er noch so nicht gesehen hat. Ob er weiß, was Zucchini sind? Ob er den Unterschied zwischen Kohl und Kraut kennt? Ob er weiß, dass Kartoffel unter der Erde wachsen und Erbsen oberirdisch?


Pflanzenvielfalt auch im Herbst

Ich wette, der selbe junge Mann hätte mir auf Anhieb die drei besten Spielfilme dieses Jahr nennen können. Oder welches Computerspiel gerade "in" ist.
Die Mädels, neben denen ich neulich in der U-Bahn saß, unterhielten sich angeregt über die Mode von Miley Cyrus und wie gerne sie so wie dieses junge Teenie-Sexsymbol sein wollten.
Und ich saß daneben und dachte mir: Welche Werte geben wir unseren Kindern eigentlich mit auf den Weg? Was bringen wir ihnen bei?


kleiner See mit Wasserspiegelung


Während ich mit meiner Mutter durch die alten Barockgärten in Schloss Hof flanierte, überlegten wir uns, wie es wohl gewesen ist, damals. Als vor vielen Jahren junge Damen in Reifröcken und hochgesteckten Haaren durch die selben Gärten wandelten. Als Marie Antoinette noch ein kleines Mädchen war und ihre Mutter das Schloss kaufte.
Die jungen reichen Kinder der Oberschicht hatten damals auch kein anderes Thema als die Mode der Zeit.


links unten: Medusa mit dem Schlangenhaupt


Marie Antoinette wird später ihre Ignoranz mit dem Leben bezahlen. Doch was ist unser Preis? Was geben wir unseren Kindern mit auf den Weg? Warum geraten unsere Kinder in Verzückung, wenn sie ein Schaf sehen im Streichelzoo, als würden sie ein außerirdisches Wesen bestaunen? Warum wissen Kinder in der Volksschule nicht, dass das Schnitzel das sie essen, einmal ein lebendes Schweinchen war? Warum können 16jährige fast erwachsene Jugendliche nicht mal einen Kohlrabi von einem Krautkopf unterscheiden?



Mr.Pirat

Mit Freude erfahre ich, dass es auch Schulen in Österreich gibt mit Schulgärten. In denen Kinder Gemüsebeete anlegen dürfen und ernten und selbst zubereiten und essen. Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Aber noch etwas anderes wäre viel wichtiger: Das wir unseren Kindern beibringen, dass diese verhungerten Sängerinnen und Schauspielerinnen aus dem Fernsehen kein Vorbild sind, sondern das Gegenteil. In welcher Schule kann man Respekt gegenüber seinen Mitmenschen lernen?


obere Reihe -> die Bienenreihe

Maria Theresia war eine intelligente Frau und Regentin. Sie ermahnte ihre jüngste Tochter immer wieder, sich nicht nur dem Vergnügen hinzugeben. Doch Marie Antoinette feierte lieber ausgelassene Feste im schönen Frankreich und machte sich durch ihre Verschwendungssucht das Volk zum Feinde.

"Wenn sie kein Brot haben, so sollen sie Kuchen essen", soll sie gesagt haben, was allerdings wohl ins Reich der Legende gehört, Trotzdem spiegelt es die Zeit, in der sie gelebt hat, wunderbar wieder. Sie wurde in ein fremdes Land gebracht und mit einem ihr unbekannten Mann verheiratet. Außer schöne Kleider und rauschende Feste kannte sie gar nichts. Die Welt war ihr völlig fremd.


ein klasse Motiv, sowohl rechts als auch links


Ihre Weltfremdheit bezahlte Marie Antoinette 1793 mit dem Leben. Als eine der schillernsten Figuren der Zeit vor der französischen Revolution steht sie immer noch für eine ganze Gesellschaft, die ihr Leben auf Kosten anderer Menschen führte.


Bienen in früheren Zeiten

Gibt es Parallelen zur heutigen Zeit? Auch wir leben unser Leben im Überfluss. Während in der sogenannten dritten Welt Kinder verhungern, denken wir darüber nach, welche Talkshow wir uns heute nachmittag im Fernseher ansehen und wie viele Kleidchen wir bei der nächsten Shoppingtour kaufen werden.

Geht es denn auch anders? Wie sieht eine Welt aus, in der jeder Mensch zu essen hat und alle zufrieden sind? Müssen die einen ein wenig hergeben und die anderen ein bisserl mehr bekommen? Doch wer will schon was hergeben?


lustige Gesellen

Die französische Revolution hat übrigens noch lange nicht zur Freiheit des Volkes geführt. Komplett untereinander zerstritten, landeten all ihre Anführer einer nach dem anderen unter der Guillotine. Und dann kam erst mal Napoleon.
Doch der Gedanke der Demokratie war nicht mehr aus der Welt zu schaffen. Thomas Jefferson, der quer durch Europa reiste, schnappte den Gedanken auf und brachte ihn über den großen Teich nach Hause nach Amerika. Na ja, er war ein Sklavenhalter und Freiheit galt für ihn auch nur den Männern, aber es war mal ein Anfang und kaum war Napoleon besiegt, ging die Revolution in Europa weiter.


weise Worte

und mit diesen weisen Worten schließe ich den heutigen Artikel. Also: "Auf die Barrikaden! Für eine gerechte und freie Welt!"
(...und nein, ich hab nicht erst vor kurzem das Musical Les Miserables gesehen :-)

sum sum,
eure
Sa-Bine

Sonntag, 14. September 2014

Bratislava und Besuch im Imkereimuseum

Während meines Urlaubs hab ich mich trotz Regen und noch mehr Regen nach draußen gewagt und Bratislava besucht. Das erste Mal in meinem Leben, obwohls eigentlich direkt vor der Haustür liegt.

Bratislava



Wir können ja über die EU uneinig sein, aber Schengen find ich schon toll. Was war das doch früher für ein riesen Aufwand mal eben kurz über die Grenze in ein Nachbarland zu fahren. Kilometerlange Staus an der Grenze. Zollbeamte, die mit viel Glück dein ganzes Auto auseinander nahmen. Da lob ich mir doch den freien Grenzverkehr. 
Keine Kontrollposten mehr, du merkst nur, dass du in einem anderen Land bist, weil plötzlich alle Straßenschilder in einer Sprache sind, die du nicht verstehst.


Trotzdem wars kein Problem in die Innenstadt zu finden und das Wetter war auch gnädig, außer ein paar Nieseltröpfchen wars trocken.
Empfehlen kann ich nur das Museum im Rathaus, dass einem durch die Geschichte der Slowakei führt. Vom Türmchen hat man dann eine schöne Aussicht auf die Burg.


Bratislava mit Burg

Natürlich hab ich in den Straßen der Stadt auch nix anderes gefunden als bei uns. Die selben Supermarktketten, die selben Modegeschäfte und Einrichtungshäuser. Globalisierung hat natürlich auch dort nicht halt gemacht.



nach unten führt der Weg..

Die Slowakei wurde erstmals im 5.-6. Jahrhundert von Slawen besiedelt. Im 11.Jahrhundert kam es zum Königreich Ungarn hinzu, später dann wurde alles Habsburgermonarchie. Dann kam der erste Weltkrieg, den die Habsburger, also wir, bekanntlich verloren und so mussten wir die Slowakei hergeben. Sie wurde Teil der Tschechoslowakei und 1993 wurde die Slowakei ein unabhängiger kleiner Staat.


an der schönen blauen Donau...

Die Landschaft in der Slowakei ist genau wie Österreich von bergig bis Ebene alles vorhanden. Der Gebirgszug der Hohen Tatra ist zum Teil Nationalpark und auch UNESCO-Welterbe. Bestens geeignet zum Wandern und Klettern mit wunderschöner Aussicht und einigen schönen Gletscherseen. So eine Wanderung könnte man doch mal ins Auge fassen...



Dom von Bratislava

Bratislava ist die Hauptstadt der Slowakei und mit dem Auto von Wien aus in einer Stunde zu erreichen. Das erste, was einem ins Auge sticht, wenn man durch Hainburg Richtung Grenze fährt, sind die typischen grauen riesigen Plattensiedlungen aus den Zeiten des Kommunismus.
In der Innenstadt erwartet einem aber dann ein anders Bild mit kleinen erhalten mittelalterlichen Gässchen und Winkeln, genau wie in Wien.


Im Schneckentempo durch das Leben..


Die kleine Schnecke hab ich auf dem Weg zur Burg entdeckt. Sie hat mich mal wieder daran erinnert, wie wichtig es ist, langsam und mit offenen Augen durchs Leben zu gehen. Die Natur zeigt sich nur demjenigen, der inne hält.


Grafitti mit Biene

Tolle Grafittikunstwerke säumen den Weg durch die Unterführung der Autobahn, wenn man von der Burg in die Innenstadt möchte, Rechts oben hab ich auch eine kleine Biene gefunden... hihi



Wo sind die Bienen zuhause?

Und wenn wir schon beim Thema Bienen sind: Etwa eine halbe Stunde von Bratislava entfernt, befindet sich das Imkereimuseum von Kráľová pri Senci. 


In einem unbekannten Land...

Liebevoll gestaltet präsentieren sich auf dem Gelände allerlei Bienenbeuten und Imkereizubehör. Von Imkerhäusern und alten Korbbeuten ist alles zu finden und in einem kleinen Museum werden imkerliche Geräte aus längst vergangenen Zeiten ausgestellt.


Wo wohnten die Bienen in früheren Zeiten?

Der Eintritt ist übrigens kostenlos, aber wer möchte kann ja wie ich, als Souvenir einen kleinen Topf Honig mitnehmen. Bin schon gespannt, wie er schmeckt.
Die Gesichter auf den Korbbeuten oben möcht ich dann doch nicht auf meinen Bienenbeuten haben, da bekomme ich ja Angst, wenn ich sie öffnen muss.


Beutenformen mal kunstvoll, mal skuril..

Die Beuten da oben find ich dann schon etwas angenehmer, vor allem die kleine Villa links unten. Aber das imkern stell ich mir dann doch ein wenig unhandlich vor. Da bleib ich lieber bei meinen eckigen Beuten. :-)


Bratislava und auch das Museum kann ich euch wirklich nur empfehlen. Eine wunderschöne Stadt und ein toll gestaltetes Museum.

eure
Sa-Bine