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Freitag, 5. September 2014

Geschichten von Schilfbewohnern und früheren Zeiten

Der Sonnenschein und das warme Wetter gestern luden zu einer Wanderung ein. Also ins Auto gesetzt, in den Süden gefahren und zwischen Weinfeldern, Steppenbewohnern, Schilf und Wasser herumgetrabt. Ja, richtig erraten, ich war am Neusiedler See unterwegs.


Nationalpark Neusiedlersee


Das Burgenland ist eins der Bundesländer, das ich überhaupt nicht kenne, daher wars mal an der Zeit, das zu ändern. Nach einem Besuch im Nationalparkszentrum in Illmitz, wo ich eine Karte der Gegend bekam, fuhr ich Richtung See auf den nächstgelegenen Parkplatz und los gings.



Alle meine Schwänchen schwimmen auf dem See..


Der Weg führt durch die Weinfelder, welches den Lärmpegel etwas nach oben schraubte, da die ganze Zeit die Geschosse der Weinbauern zu hören waren, die die Vögel verschrecken sollen. Ich kam mir die ganze Zeit vor, als würde ich durch ein Kriegsgebiet laufen und wahrscheinlich ist das auch eines. Der Krieg der Vögel gegen den modernen Menschen. Wieso in einem Vogelschutzgebiet Knallfrösche erlaubt sind, ist mir zwar ein Rätsel, aber was solls, ertragen wir den Lärm und genießen die Aussicht. hihi.


in vino veritas

Rechts oben dann das Produkt der Mühe, erstanden von einem Bauern in Podersdorf auf der Heimfahrt. Ich bin zwar kein besonders großer Weinfan, aber da ich ein Rezept habe für Fisch mit Weißweinsoße, musste dazu ein Wein her. ok, ich hätt vielleicht nicht unbedingt einen süßen Wein nehmen sollen wie den Muskateller sondern einen trockenen, aber nicht-süße Weine mag ich schon gar nicht. -> hab ich eigentlich schon mal erwähnt, dass ich aus dem WEINviertel stamme?? :-) Glaubt man gar nicht, hihi.


Sandboden, Schwammerl und andere Impressionen


Die Idee aus dem Neusiedler See einen Nationalpark zu machen, ist tatsächlich schon vor dem 2.Weltkrieg entstanden, aber gut Ding braucht Weile und bis es soweit war, schrieben wir das Jahr 1992. Dazwischen wurde verhandelt, wie groß nun der Park werden sollte, und welche Teile betreten werden durften und welche nicht.


Schäfchen und andere Seewinkelbewohner


Die Bauern dürfen auch weiterhin die Felder bestellen und Tiere halten, wie oben stehendes Foto beweist. Neben den berühmten Mangaliza-Schweinen und Graurindern sind auch Pferde- und Eselherden zu finden. Ich werd mal den Neusiedler See mit dem Rad erkunden, um mehr zu sehen, vor allem die ungarische Seite.


Blümchen mit Besucher rechts unten am Bild

Neben den vielen Vogelarten, die sowieso nicht vor die Kamera zu bekommen sind, da müsste man wohl eher im Winter kommen, gibt es eine Menge Blümchen zu bewundern. Auf einigen tummeln sich meine Lieblingsinsekten, wie das Bild rechts unten beweist.


Hetscherl, Sanddorn und andere Sträucher

Am Wegesrand finden sich auch eine Menge Sträucher, deren Blüten wohl die Bienen im Frühjahr in Verzückung geraten lassen, die Früchte sind eher für die vielen Vögelchen bestimmt. Eine Menge Hetscherl, sprich Hagebutten, die Früchte der Hundsrose säumen den Weg. Der Holunder ist schon fast erntereif und das Sträuchlein links oben ist der Sanddorn. Der braucht noch ne Weile, denn zur Erntezeit im Spätherbst ist er strahlend gelb und ein Fest für die Vögel, 


Schifferl am See

Die Sträucher waren voller Vögel, was mich zu einer grandiosen Idee führt. Wie wäre es, wenn man entlang der Weinberge immer wieder solche Sträucherreihen pflanzen würde? Dann hätten die Vögel eine Alternative zu den Trauben und man könnte sich die ganzen Knallkörper sparen. Und für die lieben Bienen hat man auch was getan.


altes Gasserl


Vom Neusiedler See an einen ganz anderen Ort in Burgenland. Einen Tag zuvor war ich im Freilichtsmuseum Mönchhof, welches ich wirklich empfehlen kann. Wunderschön gestaltete kleine Läden entlang von Gässchen aus alten Zeiten.


Die Bienen sind überall

Natürlich erfährt man auch, wie die Imker in früheren Zeiten gewirtschaftet haben. Rechts oben die kleinen Kästchen für den Transport der Königin. (mit oder ohne zweites "n", hihi)
Der Abfülltopf rechts unten sieht noch immer so aus wie heute, nur das meiner ohne Rost ist. :-)


Mode aus vergangenen Zeiten


Ein Bildchen zur Mode der Vergangenheit. He, wie alt bin ich eigentlich? So kleine Läden, in denen die Knöpfe in solchen Schachteln aufbewahrt wurden zum Verkauf hab ich selber noch erlebt. Na gut, die Nähmaschine ist wirklich alt..


Stiefel in der Höh

Könnt ihr euch vorstellen, so zu leben? Haben wir nicht alle 25 Pullover im Schrank und 13 Hosen? Wieso konnten sich die Menschen früher nur ein Kleid im Leben leisten und nicht mehr? Weil sie weniger verdient haben? Nein, weil die Kleider heute billiger sind!! Weil die kleinen Sklavenmädchen in Bangladesh unsere Kleidchen für einen Hungerlohn herstellen, deswegen können wir uns mehrere davon leisten. Sollten wir mal darüber nachdenken, oder??


Man beachte das wunderschöne Spiegelbild


Neben den Geschäftsgebäuden gibt es auch Privatwohnungen zu sehen, obwohl viel privat war da wohl nicht. Meistens haben mehrer Familien in einem Haus gewohnt auf engstem Raum. Tapeten gabs nur für die reichen Leute, die ärmeren haben die Wände mit so einem Rollpinsel bemalt, der hübsche Muster entstehen lässt. Noch mal: Wie alt bin ich? Auch solche Wände hab ich noch erlebt..


Kirchlein am Berg mit Friedhof

Natürlich darf auch ein Kirchlein mit Friedhof nicht fehlen. Das Bild links unten ist eines von zwei wunderschönen Deckengemälden in der Kirche. Ein Pfarrhaus steht auch davor mitsamt Weinkeller, wie sichs gehört!!


man betrachte das Bild rechts oben ganz genau... hihi

Ich frage mich, ob die Menschen früher weniger glücklich waren, ohne MMS-fähige Handys, Auto mit Frontscheibenheizung und 4-D Kinosälen. Im Gegensatz zu uns mussten sie hart arbeiten, ein einfacher Fabriksarbeiter bis zu 20 Stunden am Tag und trotzdem konnte er seinen Kindern nicht mehr als ein Paar Schuhe kaufen und meistens nur ein einziges Paar für alle Kinder. Keine Frage, ich will auch nicht früher leben ohne moderne Zahnmedizin und Klopapier. Aber vielleicht wäre ein wenig weniger doch ein bisserl mehr...


wahre Worte aufs Holz gemalt??

So, und zum Schluss gibts wie immer ein Sprücherl, dass ich ebenfalls in Mönchhof gefunden habe. Diesmal ein fröhlicher Spruch, denn nicht alles in der Welt ist deprimierend.. hihi

bis zum nächsten Mal
eure Sa-Bine

Dienstag, 2. September 2014

Sommer- und Bienengeschichten

 Na also. Der Umzug mitten ins Marchfeld ist geglückt und seit zwei Stunden funktioniert auch das Internet wieder. Also schnell einen kleinen Post geschrieben und dann heißt es 30.000 Mails der letzten drei Monate beantworten.


Wildbiene - erster Gartenflugbesucher


Hier ist sie nun. Die erste flugfähige Besucherin meines Gartens, die ich vor die Kamera brachte. Eine Honigbiene? Na zumindest nicht eine von den Meinen. Diese hier hat einen glatten schwarzen Oberkörper. Ist wohl irgendeine Wildbienenart. Wer Lust zum Suchen hat, kann das hier tun: http://www.wildbienen.de
Ich hab nach einer Weile aufgegeben. Wahnsinn wie viele Wildbienen es gibt.


Pionierpflanzen


Mein Garten, als ich ihn bekommen habe, sah nun erst einmal so aus wie auf obrigen Bild. Und nun musste ich 250m2 Garten in mühevoller Kleinstarbeit jedes dieser Unkrautdinger einzeln entfernen. Habe zwei ganze Tage dafür gebraucht. Ich hoffe, dass diese Pflanzen wenigstens gut für den Boden waren.


erste Blümchen in meinem Garten


Und auch wenn es für Blumen ein wenig spät zum Aussetzen war, konnt ich es nicht lassen und schon sind allerlei bunte Blümchen in meinem Garten gelandet. Dank Nathalie auch eine kleine Biene, wie das Foto in der Mitte beweist. :-)
Ok, ich gebe zu, der Garten sieht bis auf die paar Farbtupfer noch recht kahl aus, aber der nächste Frühling kommt bestimmt. Und dann gehts ans Gemüse...


meine erste Garten-Honigbiene


Und hier ist sie nun. Das hübsche Ding, dass sich da auf meinem Lavendel tummelt, ist tatsächlich die erste richtige Honigbiene, die ich im Garten gesehen habe. Also schnell reingerannt, Fotoapparat geholt und gehofft, dass sie wenigstens ein bisserl still hält fürs Foto. Inzwischen sind es viele mehr geworden, vor allem auf den Fetthennen, die jetzt zum Blühen beginnen, tummelt sich allerlei Fluggetier. 
Wie immer der Gedanke des Tages: Es muss nicht viel sein. Ein paar Blümchen auf dem Fensterbrett, ins Kistl am Balkon oder am Rand des Spielrasens im Familiengarten. Und schon haben ein paar Insekten das Mittagsmahl gefunden. 


Stechapfel - das Hexenkräutchen


Und noch ein anderer Bewohner hat sich in meinen Garten verirrt. Ich hab sie zuerst wachsen lassen, da ich das Blümlein hübsch fand und neugierig war, was draus wird. Wer hätte es gedacht. Das Sträuchlein, dass da so unschuldig vor sich hin wuchs war kein geringeres als der Stechapfel. 
Zur dunklen Familie der Nachtschattengewächse gehörend ist er hochgiftig. Schon die liebe Kleopatra hat daraus angeblich Rauschmittel hergestellt und ungeliebte Zeitgenossen ins Jenseits befördert. Im Mittelalter wurde daraus "Flugsalbe" hergestellt, die Hexen fliegen ließ. 
Da mir am Himmel schon zu viel Verkehr ist und ich Angst habe, mit einem Flugzeug zusammenzustoßen, ließ ich das mit dem Fliegen mal und hab das Sträuchlein einfach aus meinem Garten entfernt. Ich bleib lieber bei den genießbaren Verwandten des Stechapfels, nämlich Kartoffel, Tomate und Aubergine. Denn wo viel Schatten ist, dort ist auch Licht!


verdeckelte Bienenwaben


Nach den Gartengeschichten zu den Bienengeschichten. Wie am Bild oben zu erkennen, haben meine Bienchen fleißig für Honig gesorgt. Die Waben wurden mit dem flüssigen Gold gefüllt und mit Wachs verdeckelt. Das ist das weiße Zeugs, das man sieht. Da drin reift nun der Honig heran bis es Zeit ist zum Ernten. 

Wie kommt der Honig ins Töpfchen? 



Zunächst wurde nun all die Waben mit Hilfe von Nathalie entdeckelt. Dazu hat sie eine Art Gabel benützt, mit der sie das Wachs runtergeschabt hat. Das wird natürlich nicht entsorgt, sondern eingeschmolzen und Kerzchen draus gegossen. 
Dann kommen die Waben in die Schleuder links oben am Bild, die ich mir von Andrea ausborgen durfte. Danke noch mal dafür und auch tausend Mal danke an Nathalie für all die Hilfe.
In der Schleuder befindet sich ein Sieb, durch das die groben Teile wie Wachs abgefangen werden und dann fließt es hinaus durch ein weiteres Doppelsieb in einen lebensmittelechten Kübel. Dann kommt das Ganze noch durch ein Feinsieb und wird erstmal ein paar Tage gelagert, damit der Schaum nach oben wandert und der Honig klar wird. Dann wird abgefüllt in vorbereitete saubere Gläser. 
Die Bienchen indes werden mit Zuckerwasser aufgefüttert, damit sie selbst genug haben, um über den Winter zu kommen. Zukünftig möchte ich ihnen so viel Honig lassen, damit sie auch ohne Zuckerwasser auskommen.




So, nun möchte ich meinen ersten Rückkehrpost mit diesem kleinen wahren Spruch beenden und mich um die 30.000 Emails kümmern, die auf mich warten.

sum sum
eure Sa-Bine

Dienstag, 3. Juni 2014

Salzkammergut Teil 2 - Hallstatt, Hallein und das Salz

Heute gibt es endlich den zweiten Teil der Geschichte. Der erste Teil ist hier zu finden.

Das berühmte Hallstatt


Bei Nieselregen ging die Reise nach Hallstatt weiter. Das Dörfchen am See ist wirklich so wunderschön wie sein Ruf. Ganz besonders bei Regenstimmung. Natürlich hab ich die Bergbahn links liegen gelassen und bin brav den ganzen Berg (der da links im oberen Bild ist) hinaufgetrabt. Zum Glück bliebs trocken.


Gräberfeld und Salzbergwerk


Auf dem Weg nach oben kommt man an Infotafeln vorbei, die einem über die Geschichte der Stadt aufklären. Rechts unten ist ein ehemaliger Eingang in den Stollen. Ich hoffe, ohne Kamera irgendwo, denn ich hab, nachdem ich ganz verschwitzt war vom Anstieg, im Eingangsbereich frech das T-Shirt gewechselt. Falls doch wo eine Kamera angebracht war, haben die sich sicher totgelacht. :-)


Aussicht auf dem Weg nach oben


Das berühmte Salz in der Suppe ist tatsächlich so wichtig wie sein Ruf. Ohne Gold und Diamanten können wir leben, wenn es sein muss sogar ohne Schokolade, aber nicht ohne Salz. 
Salz besteht aus den beiden Elementen Natrium und Chlor. Es regelt den Wasserhaushalt des Körpers und das Natrium ist unverzichtbar für die Funktion des Nervensystems. 
Allerdings liegt der Natriumspiegel der meisten Menschen in den Industrieländern zu hoch, weil wir viel zu viel Salz konsumieren. Weniger wäre in dem Fall mehr.


Bergbauutensilien


Ein Zug bringt die Touristen in das Bergwerk, nachdem man sich in Bergwerkskluft hineingezwängt hat.
Mit einer Rutsche geht es dann hinunter zum unterirdischen Salzsee, bevor man dann wieder das Bergwerk mit einem Zug verlässt. Ein Stockwerk tiefer.

Sollte man auch mal gemacht haben.. :-)















Die Geschichte von Hallstatt beginnt vor 260 Millionen Jahre. Die Zeitspanne nennen Geologen das "Perm" und da bildeten sich die großen Salzlagerstätten des Salzkammerguts. Das heißt, irgendwann gabs mal in den Alpen keine Alpen, sondern nur Meer. Irgendwann im Perm begannen sich die Berge zu heben und das Meer wurde abgeschnitten vom Zustrom. 
Ein paar Millionen Jahre hats schon gedauert, dann ist das Wasser verdunstet und das Salz blieb zurück. 


Spiegelkabinett


Das da oben ist keine Fotomontage, sondern eine Anordnung von Spiegeln, die sich entlang des Weges zum Bergwerk befinden. Das Motiv in der Mitte ist natürlich eine Klasse für sich. :-)


Spiegelsee

Jungsteinzeitliche Funde belegen, dass die Gegend um Hallstatt schon vor 7.000 Jahren besiedelt war. Ob nun diese Menschen wirklich Salz abbauten, ist nicht gesichert. Die Funde, zum Beispiel Hirschgeweihpickel, lassen das jedoch vermuten. Vielleicht haben sie sich auch nur an den Salzwasserquellen bedient, die an die Oberfläche drangen. 


Stufen, von Steinen erschlagen




Als ich auf einer Tafel vor dem Abstieg über die Stufen gewarnt wurde, dass man da trittsicheren Gang benötigt, war mir nicht klar, dass diese zum Teil nicht mehr vorhanden sein würden.
Erdrutsche haben die Stufen etwas demoliert, wie man am Foto erkennen kann, der Weg nach unten ist daher mit Vorsicht zu genießen.


Ich werde oft gefragt, was ich denn an der Archäologie so toll finde. Den Gedanken, dass auf diesen Weg, den ich nahm, schon vor 7000 Jahren ein Mensch entlang gegangen war, finde ich einfach faszinierend. Wer war er? Was dachte er? Wie lebte er? Hat er genauso gerne gelacht wie wir? Hat er gesungen, getanzt, geliebt, geweint,.. so wie wir? 


"der bemalte Tod"


Oben links ist die berühmte Hallstätter Gruft mit den bemalten Schädeln. Nachdem das Dörfchen so eng ist und auch der Friedhof begrenzt, hat man die Skelette nach der Verwesung ausgegraben und hübsch bemalt, im Kirchlein gebunkert. Heute zur Freude der Touristen. Find ich toll. Könnt ihr auch meinen Schädel mal bemalen, wenn es so weit ist. In ein paar tausend Jahren können ihn dann andere bewundern. hihi


Kirchlein in Hallein



Die nächste Station auf der Reise ist Hallein. Diesmal bei strömendem Regen. Das archäologische Museum dort ist es allemal wert. Eine tolle Ausstellung und alles über die Geschichte der Kelten und das Salz.

Im Bergwerk von Hallein kann man dann unterirdisch über die Grenze nach Deutschland wandern und mit einem Boot über einen Salzsee fahren.


In der Bronzezeit, mit Erfindung der Metallurgie, beginnt der Aufschwung des Salzabbaus. Die bronzezeitlichen Menschen trieben Handel in weit entfernte Gebiete mit dem weißem Gold aus dem Salzkammergut. Vor 1500 Jahren, in der mittleren Bronzezeit, gruben die Menschen erstmals Schächte ins Bergesinnere, um an das begehrte Salz heranzukommen.


Museum Hallein

Auf die Bronzezeit folgt die Eisenzeit. Die Periode um 900v.Chr. wird auch die Hallstattzeit genannt. In dieser Zeit wurde das berühmte Gräberfeld angelegt und der prähistorische Salzhandel erlebte seine Blütezeit. 
In der jüngeren Eisenzeit nach 500v.Chr., welche auch LaTene-Zeit genannt wird, beginnt die Zeit der Kelten, die bis zur Ankunft der Römer im 1.Jhd n.Chr. andauerte.


Der Mondsee

Was nach dem Untergang des römischen Reiches in Hallstatt passierte, liegt noch im Dunkeln der Geschichte begraben. Es gibt keinen Hinweis auf Bergbau. Erst ab dem späten Mittelalter, Anfang 14.Jahrhundert, sind wieder Salzgewinnung in den Minen belegt. Auch heute noch wird in Hallstatt Salz abgebaut.


Hexenküche

Die letzte Station meines Urlaubs war der Mondsee. Das Dörflein, das ebenso heißt, verfügt über ein kleines Kirchlein mit archäologischen Museum darüber und ein tolles Freilichtmuseum mit liebevoll gestalteten Häusern und Scheunen aus früheren Zeiten.



Freilichtmuseum Mondsee

Wie untenstehendes Foto beweist, bin ich auch dort auf die Bienen gestoßen. Alte Beuten auf einem ehemaligen Bauernhaus und rechts unten ein Futternapf für die Bienen zur Winterfütterung. Für den Honig in früheren Zeiten.


Auch im Salzkammergut fliegen die Bienen

Trotz des vielen Regens eine tolle Reise in die Geschichte der Welt. Das Salzkammergut kann ich euch nur empfehlen. Tolle Landschaften, nette Leute und sehr viel Salz. ;-)
eure 
Sa-Bine



"Eine Reise ist ein Trunk aus der Quelle des Lebens"
Christian Friedrich Hebbel (1813-1863)

Dienstag, 13. Mai 2014

Wie vermehrt man Bienen oder was ist ein Flugling?

Bevor es mit den Geschichten im Salzkammergut weitergeht, kommt noch ein kleiner Bienenteil dazwischen. Meine Bienenvölker haben sich nämlich verdoppelt. Von eins auf zwei. Und wie das geht, erzähl ich euch heute.

Dieses Foto ist diesmal für Zoran :-)


Dieses hübsche Bienchen hab ich heute aufgenommen. Bei Schlechtwetter sind Insekten nämlich viel langsamer unterwegs und lassen sich leichter fotografieren. Versteh ich. Ich würd bei Regen auch viel lieber im Bett bleiben als mich draußen zu bewegen.


Pollenhoserl ganz in blau


Ja, das ist auch ein Pollenhöschen. Die gibts tatsächlich in verschiedenen Farben, je nachdem, von welcher Pflanze das Bienchen kommt. Und da jetzt sicher die Frage kommt, warum der Pollen nicht ganz bunt ist, wenn es verschiedene gibt, kommt hier die Antwort: Die Biene ist blütentreu! Sie fliegt immer die selbe Blume an, solange welche da sind. Drum hat die da oben nur blauen Pollen.


und das ganze noch in rot

Leider kann ich euch die Frage nicht beantworten, welche Blume nun welchen Pollen hat. Versucht das mal zu googeln, auf tausend Webseiten erhalten wir zweitausend verschiedene Aussagen. Nicht mal die Uni-Seiten sind sich einig. Aber macht ja nichts. Lehnen wir uns einfach nur zurück und genießen den Anblick meiner kleinen bunten Lieblinge. ;-)




Die Sendung mit der Maus: Der Flugling

So, und hier ist der Stock mit der Königin. Jetzt kommt nämlich die Geschichte mit dem Flugling. Fangen wir also von vorne an:

Stellt euch mal vor ihr seid eine Biene in einem Bienenstock. Wenn nun ein schlechter Winter kommt, oder ein paar Krankheiten ausbrechen, wird mit einem Schlag der ganze Stock dahingerafft. Möchte man als Art überleben, ist das eine ziemlich schlechte Strategie, das alle Individuen zusammengepfercht auf engem Raum leben.

Also muss ein Ausweg geschaffen werden: Um die Art zu erhalten, müssen sich die Völker immer wieder teilen. Das machen die Bienen, indem sie ausschwärmen.

Sind also die Bienchen der Meinung, der Platz im Stock wird langsam zu klein, bauen sie Weiselzellen. Etwas größere Zellen, in denen Königinnen Platz haben. Die Königin legt nun jeweils ein Ei hinein und die Arbeiterinnen ziehen darin Königinnen groß.


Da es aber wie immer im Volk nur eine Königin geben kann, sammelt die alte Königin die Flugbienen um sich herum und schwärmt aus, um sich irgendwo ein neues Häuschen zu finden.



Und genau das ist bei mir passiert. Als wir am Freitag nachgesehen haben, fanden wir Weiselzellen mit Eier drin. Ist ja in dem Fall genau das, was wir wollten.

Und jetzt kommen wir zum Flugling: Wir haben die eine Zarge mit der Königin (am oberen Bild die hellgrüne) auf einen neuen Unterteil gesetzt. Darüber kam der Honigraum und ganz drauf neue Waben.

Auf dem alten Unterteil (hier rechts im Bild in rot) kam eine Brutwabe mit Eiern. Und damit haben wir die Bienchen überlistet:

Denn alle Flugbienen, die es im alten Stock gab werden nach dem Ausfliegen in diesen zurückkehren, weil sie nur diesen Weg kennen. Nach einer Stunde fällt ihnen dann auf, dass keine Königin mehr da ist und sie beginnen sich eine neue Königin aus den Eiern zu ziehen. Dieses Volk (im rechten Bild) ist nun "weisellos", bis die Königin zur Welt kommt.



Die Königin im Volk auf dem blauen Unterteil kann nun aber nicht mehr schwärmen, da sie ja keine Flugbienen mehr hat. Sie muss also wieder mit dem Volkaufbau beginnen und das Volk denkt nicht mehr an ausziehen.


Flugling: ein altes und ein neues Volk


Hier nochmal im Ganzen: Rechts auf blauem Unterteil das Königin-Volk ohne Flugbienen und links auf rotem Unterteil das weisellose Volk.

Die erste Königin die schlüpft, wird alle anderen umbringen und sich auf Hochzeitsflug begeben, um sich ein paar nette Männer anzulachen.
Nach der Begattung habe ich dann zwei Völker. Hoffentlich klappts. Dann gibts noch mehr Bienengeschichten.


Bienen beim Wabenausbau

Ich weiß, das war jetzt jede Menge zum Lesen, ich habs eh versucht kurz zu machen. Ich hoffe, ihr habt alles verstanden. Also sumsum und bis zum nächsten Mal,
eure
Sa-Bine




Mein Hang zum philosophischen Nachdenken beruht auf der einfachen Grundlage, dass ich über das kleinste Stück Natur irgendwelcher Art in höchste Verwunderung geraten kann. 
Christian Morgenstern


Sonntag, 4. Mai 2014

Salzkammergut Teil 1 - Die liebe Sisi, Peter Alexander und andere Impressionen

Heute war ich am Marchfeldkanal unterwegs und habe mal wieder ein Foto für Maresa gemacht! Und, wie bin ich? Schön langsam kann ichs ja, oder?


Maresa's Foto


Die letzte Woche war das Wetter im Salzkammergut nass und kalt, da dacht ich mir: Perfekt! Da fahr ich mal hin!!


Kaisers kleines Hauserl für den Sommer


So, und nun wollt ihr sicher wissen, was das gelbe Häuserl da oben ist. Na es ist die Sommerresidenz des Herrn Kaiser Franz Josef und der Ort ist natürlich Bad Ischl. Dort hat er sich auch mit der lieben Sisi verlobt und zwar im heutigen Museum von Bad Ischl.


Bad Ischl

Der Herr Kaiser ist dort auch gerne jagen gegangen, seine Trophäen kann man im Schloss bewundern. Die liebe Sisi hat das Freibad bauen lassen, obwohl es sich damals für eine Frau eher nicht geziemte öffentlich zu schwimmen. Aber sie hat sich da von niemanden was sagen lassen. Wer hätte auch der Kaiserin widersprochen?


Aussicht nach Bad Ischl


Sisi galt als eine der schönsten Frauen ihrer Zeit. Sie trieb regelmäßig Sport, vor allem Wandern und Reiten, übertrieb aber dabei maßlos, um ihre Figur zu halten. Sie war magersüchtig und litt unter Depressionen. Ihr erstes Kind Sophie gebar sie mit 17, ihr zweites mit 18. Mit 19 musste sie zusehen, wie die kleine Sophie in ihren Armen starb. Also eine glückliche Person war sie wohl nicht. Da half es auch nicht, die schönste und reichste Frau der Welt zu sein...


links: weiß in rot, rechts: schwarz in weiß


Die nächste Etappe der Reise führt an einen anderen wohlbekannten Ort: St.Wolfgang!
Im Bilde links: Das weiße Rössl in rot gehalten; im Bilde rechts: Das schwarze Rössl, in weiß gehalten...
Viel erzählen kann ich dazu nicht. Hab mal den Film gesehen als ich klein war, kann mich aber nicht mehr erinnern. Weiß nur, dass Peter Alexander darin viel gesungen hat. hihi



St.Wolfgang Impressionen


In St.Wolfgang und drum herum lässt sich auch gut wandern. Für Familien und Sonntagswanderer gibts Seilbahnen und die Schafbergbahn mit Nostalgiedampfzügen. Für mich gabs sehr gut ausgewiesene Wanderwege, jedoch kein schönes Wetter. 


Kirchlein in St.Gilgen


Einen sonnigen Tag musste es natürlich auch geben und der wurde auch sogleich zum Wandern genützt. Der Ausgangspunkt ist das schöne St.Gilgen am Wolfgangsee, oben im Bildchen. 
Bin versehentlich einen kleinen Klettersteig nach oben gewandert und habe dabei auch brav Blut und Wasser geschwitzt, da Höhenangst!! Zum Glück hatte ich in der rechten Hand das Seil zum Anhalten und in der linken die Kamera. 


rechts unten: immer schön bergauf, da gehts zum Ziel



rechts oben im Bild sieht man dann auch gleich die Belohnung. Ob nun die kleine Wanderung gereicht hat um die vielen Kalorien zu verbrauchen, weiß ich nicht, aber zum Glück bin ich ja nicht die Sisi und muss auch in kein Korsett passen!!


Maibaumreise

Das was da an mir vorbeigefahren ist, war natürlich der Maibaum, denn es war der Tag vor dem 1.Mai. Hoffentlich wurde er gut bewacht, denn es ist in vielen Gegenden immer noch Tradition, dass die Nachbardörfer versuchen, den Baum zu stehlen. 
Der Maibaum ist übrigens ein altes Überbleibsel aus keltischer Zeit, die um diese Jahreszeit den begonnenen Frühling gefeiert haben, indem sie Bäume als Phallussymbole schmückten. War ja klar, dass die Kirche diesen Brauch übernehmen musste, oder?? :-)


Bienen, Paragleiter und andere Dinge


Wie links im Bild oben zu erkennen, hab ich auch Bienen entdeckt. hihi
Das schöne klare Wasser links unten ist der Wolfgangsee, der tatsächlich Trinkwasserqualität hat und wunderschön blau schimmert. 


St.Wolfgang am Wolfgangsee


Und mit dieser schönen Ansicht von St.Wolfgang verabschiede ich bis zum nächsten Mal. Da gibts nämlich wieder die Sendung mit der Maus. Wie fahren von Hallstatt nach Hallein und erfahren etwas über Salz und die Kelten.

eure
Sa-Bine


und musst du dann einmal fort von hier
tut dir der Abschied so weh
dein Herz, das hast du verloren
im weißen Rössl am See