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Sonntag, 26. Januar 2014

Die lieben Bienen und der Honig und Geschichten drum herum

Meine lieben Leserinnen und Leser, darf ich euch vorstellen: Die Honigbiene!
(Maresa -> wie findest du dieses Foto? Bin ich eine geduldige Schülerin? :-)


Die westliche Honigbiene - Apis mellifera


Ist sie nicht ein hübsches Ding? Da es nun bald soweit ist und ich meine eigenen Bienchen haben werde, möchte ich euch noch ein bisserl was über die Honigbiene erzählen.


Die Sonnenblume: Eine Insektenweide

Als wir Menschen im alten Afrika vor ungefähr 200.000 Jahren aus früheren Formen hervorgingen, war der süßeste Geschmack den wir kannten, der Geschmack von Früchten. Wann genau der Mensch auf die Idee kam, Honigbienen zu beernten, ist im Dunkel der Geschichte verborgen.
Die ersten Darstellungen von Honigjägern findet man auf steinzeitlichen Höhlen in Valencia, ca. 10.000 Jahre alt.


Honigbiene beim Sammeln


Die Honigbienen gibt es weitaus länger als uns. Nämlich seit ungefähr 100 Millionen Jahren. Das ist 500 Mal so lange wir uns. Versucht euch doch mal vorzustellen, wie lange 200.000 Jahre mal 500 sind. Also was schließen wir daraus: Wenn es die Honigbiene schon so lange gibt, dann muss sie eine extrem wichtige Funktion in unserem Ökosystem haben.


ein gelber Bienen - Blüten - Teppich


Hat sie auch. Ihr habt doch schon sicher mal nen Apfel oder eine Erdbeere in der Hand gehalten, die irgendwie deformiert war, oder kleiner oder nur zur Hälfte ausgereift. Bei diesen Exemplaren hatte ganz einfach die Bestäubung nicht richtig funktioniert. Man muss sich das mal überlegen: Ohne bestäubende Insekten keine Blumen, kein Obst und kein Gemüse!! Ohne die Honigbiene wären wir verloren.


Geschenke für die zukünftige Imkerin - Danke Maresa und Nathalie!! :-)

Unsere liebe europäische Honigbiene ist eine Vertreterin der Gattung apis, welche in 9 verschieden Arten und diese wiederum in verschieden Unterarten vorkommt.
Die Unterarten werden auch als Bienenrassen bezeichnet, was nicht das selbe ist wie Menschenrassen, da es bei uns ja keine verschiedenen Unterarten gibt. Die unterschiedlichen Hautfarben sind nur Variationen ein und der selben Unterart. Oder anders ausgedrückt: Wir sind noch viel viel gleicher als manche Menschen es gerne hätten.


Bienenreihenhaussiedlung


Wie sieht sie nun aus, unser Bienchen? Ganz oben am ersten Foto kann man wunderschön die Facettenaugen erkennen und wenn man genau hinsieht, merkt man auch, dass es vier Flügel sind und nicht zwei. Sammelt die Biene Pollen, so streicht sie diesen nach hinten auf die Beinchen, so entstehen Pollenhöschen. Der Pollen dient als Proteinquelle zur Aufzucht der Jungen.


Das ganze von oben! Auch hier zu erkennen: 4 Flügel!!



Der Honig dagegen entsteht aus dem Nektar, den die Biene in der Blüte sammelt. Sie bringt ihn nach Hause in den Stock und übergibt ihn einem jüngeren Schwesterchen, die den Nektar im Magen verdaut und dann wieder in die Wabenzelle ausspuckt. Dieser Bienenschlatz ist dann unser Honig!! Und wer jetzt pfui teufel sagt, den möcht ich erinnern, wo unsere Kuhmilch herkommt!! ;-)


Nichts riecht so gut wie eine echte Bienenwachskerze


Aber jetzt mal zum Bienenvolk. In einer Bienenbehausung wie weiter oben gezeigt, lebt ein kleines Völkchen, das aus vielen Arbeiterinnen, ein paar wenigen Bienenjungen und einer einzigen Königin besteht. Die Männchen können nicht selbstständig fressen und müssen ein leben lang gefüttert werden. Wobei lang übertrieben ist. Spätestens im Herbst werden alle Jungs aus dem Stock gejagt und umgebracht. Wer will schon unnütze Esser über den Winter bringen? Die einzige Funktion des jungen Bienenherren ist es, eine jungfräuliche Königin zu finden und sie zu begatten. Das geschieht beim Hochzeitsflug außerhalb des Stocks. Eh klar, der Bienenpapa soll ja nicht seine eigene Mutter begatten sondern eine fremde Frau Königin.


Biene auf Malve


Der Bienenpapa hat übrigens auch keinen Stachel. Und noch was trauriges: Schafft er es tatsächlich ne süße Königin zu finden, so stirbt er während der Begattung. Lebenszweck erfüllt, sozusagen.
Die Königin lässt sich beim Hochzeitsflug mit mehreren Männern ein und speichert den Samen ein Leben lang. Bis zu acht Jahren. Pro Tag kann sie ihr eigenes Gewicht an Eiern legen. Sind die Eier befruchtet, werden daraus Mädchen, sind die unbefruchtet, werden daraus Jungs.


Biene beim Sammeln am Grünstreifen neben Feldern


Die Arbeiterin lebt 40 Tage lang. Zuerst darf sie Innendienst verrichten, also sich um den Nachwuchs kümmern, den Stock reinigen, Waben bauen, Nektar zu Honig verdauen,.. und später wird sie dann zur Sammlerin und darf ausfliegen. Außer die Winterbienen, die leben länger und bleiben zuhause, wo sie emsig mit den Flügelchen schlagen um Wärme zu erzeugen. Einen ganzen Winter lang.

Eine Biene trägt in ihrem Leben einen Löffel Honig ein. Wenn wir und das mal überlegen, lernen wir vielleicht den Wert der Dinge ein wenig mehr zu schätzen...


Varroa Milbe, hier zum Glück aus Plastik: Naturhistorisches Museum, Wien


Unsere liebe Honigbiene ist leider auch von einer ganzen Reihe Krankheiten und Ungeziefer bedroht. Diese Aufnahme oben aus dem Naturhistorischen Museum in Wien zeigt die Varroamilbe, von der leider ganz Österreich befallen ist. Sie setzt sich schon an der Larve fest und saugt sie aus. Die Bienen, die daraus entstehen sind verkrüppelt. Bei den erwachsenen Bienen dringen an den Bisswunden Krankheitserreger ein. 

Ein anderes Problem sind die vielen Pestizide, Insektizide, Düngemittel und den ganzen anderen Mist, den wir auf unsere Felder kippen. Anders ausgedrückt: Der Mensch trägt am Bienensterben wohl die Hauptschuld.


Bienensterben durch Menschenhand; Naturhistorisches Museum, Wien


Die riesigen Monokulturfelder sind natürlich eine generelle Katastrophe für das Ökosystem, nicht nur für die Bienen. Witzigerweise finden die Stadtbienen oft ein reichhaltigeres Angebot an verschiedenen Blüten vor. Sollte uns zu denken geben... (tut es aber offensichtlich nicht..)


Bienen in Schloss Hof überwintern bei den Hühnern


Wer in seinem Garten etwas für die Bienen tun möchte, hat es gar nicht so schwer: Bloß keinen "Thujen und englischen Rasen - Garten", dann kann man nicht viel falsch machen. Wer ein reichhaltiges Angebot an verschiedenen Blumen, Kräutern und Sträuchern hat, der muss sich nicht viel Gedanken machen, es ist sicher was für die Bienen und andere Insekten dabei. Übrigens, wer gerne Rosen hat: Zierrosen sind nix für die Bienen, Heckenrosen schon.

Und auch wenn es schwer fällt im Frühjahr: Geht nicht in den Wald und schneidet massenhaft Weiden ab. Sie sind die erste Nahrung für die Bienen nach einem langen Winter und können über Leben und Tod eines Volkes entscheiden. Ein paar Zweigerl ist ja ok, aber passt immer auf, das genug für die Bienchen übrigbleibt. Oder noch besser, nehmt lieber die gelben Forsythien, die sind wunderschön und für Insekten uninteressant.






So, nun hab ich euch doch einiges erzählt über unsere Bienchen. Ich bin derzeit noch bei der Zubehörbeschaffung und hoffe, euch spätestens ab Mai oder Juni die ersten Bildchen meiner eigenen Bienen zeigen zu können.

Unser lieber Herr Einstein soll gesagt haben: "Wenn die Biene stirbt, so stirbt auch der Mensch". Wir vergessen zu gerne, dass wir selbst nur ein Teil eines großen Spinnennetzes sind: dem Ökosystem Erde. Wir haben es in der kurzen Zeitspanne unserer Existenz geschafft, zahlreiche Laufmaschen in dieses Netz zu setzen und sehen nun erstaunt, wie sich das Spinnennetz aufzutrennen beginnt. Hoffentlich ist der Homo Sapiens so weise wie sein Name es uns glauben macht und wir beginnen langsam aber sicher das Netz wieder zu flicken. Jeder von uns kann seinen Teil dazu beitragen, daran glaube ich fest.

eure
Sa-Bine

Freitag, 24. Januar 2014

Im schneelosen Winterwald und ein paar Tiergeschichten

Meinen Neujahrs-Waldausflug habe ich nach Marchegg gemacht. Zum Vergleich sind hier die Herbstfotos. Von den Blümchen, die den Wegesrand säumten und den Blättern am Boden ist nichts mehr zu sehen. Alles was geblieben ist, sind kahle Bäume.

kahler Winterwald in der Au


Aber natürlich täuscht das Bild. Denn selbst im leeren Winterwald gibts noch allerlei zu entdecken. Und hier kommen die Beweisfotos.


Baumbewohner


Auf alten Baumüberbleibsel habe ich eine Menge Pilzbewohner entdeckt. Sieht aus, als ob Steine aus den Bäumen wachsen würden.


Unkenteich

Während es hier im Sommer vor Froschlurchen an den Teichen nur so wimmelt, ist jetzt alles leer. Froschlurchen sind eine große Familie, deren Kinder unter anderem die Kröten und Unken sind. Die Marchauen sind hier voller Unken, welche auch Feuerkröten genannt werden. Ich hoffe, ich werd im Sommer mal solche unter die Kamera bekommen.


Still und Starr ruht der See..

Im Winter vergraben sich die Unken und halten Winterstarre. Nicht schlecht, die Idee. Vielleicht sollte ich das auch in Erwägung ziehen nächsten Winter. Aber andererseits würd ich dann so einen schönen Spaziergang im Winterwald versäumen.


Ein Männlein steht im Walde..


Und als Beweis, dass nicht alles kahl ist, sind am obrigen Bild die Überbleibsel der Heckenrosen zu finden. Das Blümchen ist ein Allround-Talent. Es erfreut nicht nur mit seinen Blüten, die unser Auge im Sommer erfreuen, es spendet Nektar für die Bienen, bietet Schutz für allerlei kleines Getier, das sich in den stacheligen Büschen sicher fühlt und im Winter hält das Blümchen noch die Früchte, die Hagebutten als Vogelfutter bereit.
Natürlich nicht ganz ohne Eigennutz. Das Vögelchen soll die Samen so weit wie möglich im Magen mit sich führen, damit sich das Blümchen auch vermehren möge.


Winterimpressionen

Das berühmte Männchen, das im Walde steht, mit dem purpurroten Mäntlein und dem schwarzen Käppelein ist natürlich die Hagebutte und nicht der Fliegenpilz, wie oft vermutet wird. 


Biber-Baum-Überbleibsel


 Ganz erstaunt bin ich immer über die Leistung des Bibers. Angeknabberte Stämme und auch gefällte Bäume säumen den Weg in der Aulandschaft. Der kleine Kerl leistet ganze Arbeit mit seinen Zähnen.


Schloss Marchegg im Hintergrund


Der kleine Biber hält im Moment Winterruhe. Sein Energiebedarf ist ein wenig herunter gesetzt, daher kommt er mit weniger Nahrung zurecht, während er schläft. Trotzdem erwacht er, im Gegensatz zu Winterschlaf haltenden Tieren, immer wieder im Winter um Futter zu suchen. Auch der Bär hält Winterruhe, aber der ist in den Marchauen wohl auch im Sommer nicht zu finden.


Der Beweis: Auch im Winter ist es grün

Die berühmtesten Bewohner der Au, nämlich die Störche, haben sich einen wärmeren Ort zum Überwintern gesucht. Sie sind mit Sack und Pack in den Süden geflohen und kommen erst wieder, wenns wärmer wird. Vielleicht wäre das eine Option für mich: Immer der Sonne nach...


Bienen im Winter


Die lieben Tierchen, die sich in diesen Behausungen befinden, halten auch keinen Winterschlaf. Die Bienen bilden im Winter eine Traube um die Königin herum und schlagen mit den Flügeln. So herrscht in der Traube immer eine konstante Temperatur, die Ihre Majestät schön warm hält. Wenn es den Bienchen außen an der Traube zu kalt wird, krabbeln sie ins Innere und die nächste Schicht übernimmt den Außendienst.


kahler Baum auf weiter Flur

So einen Spaziergang durch den Wald im trüben Licht der Wintersonne sollte man auf keinen Fall versäumen. Also Handschuhe und Mütze rausgeholt und ab in die Wälder. Und als Belohnung für die Mühe gibt es dann Zuhause eine warme Tasse mit Tee.


Ostfriesischer Tee aus dem fernen Asien..



Ein Männlein steht im Walde ganz still und stumm,
Es hat von lauter Purpur ein Mäntlein um.
Sagt, wer mag das Männlein sein,
Das da steht im Wald allein
Mit dem purpurroten Mäntelein.

Das Männlein steht im Walde auf einem Bein
Und hat auf seinem Haupte schwarz Käpplein klein,
Sagt, wer mag das Männlein sein,
Das da steht im Wald allein
Mit dem kleinen schwarzen Käppelein?

Samstag, 11. Januar 2014

Maria Taferl und die Donau im Winter

Der ganze Weihnachtsstress ist vorüber, die letzten Kekse sind gegessen und der Blick auf die Waage lässt uns vor Schreck erstarren. Wir sind also im neuen Jahr angekommen... ;-)

dunstige Donau


Vor ein paar Tagen habe ich Avan in der Wachau besucht und hier sind nun die Bildchen dazu. Unglaublich, wie schön die Natur selbst im Winter sein kann, wenn alles kahl ist.


Was wird aus dem hässlichen Entchen?

Da nun wieder die Zeit der Neujahrsvorsätze gekommen ist, wurde ich gefragt, was aus meinem guten Vorsatz geworden ist, ein wenig nachhaltiger zu leben. (siehe Post 1)!!
Na gut, dann erzähl ich euch mal ein bisserl davon.


Oben am Berg: Maria Taferl

Obst und Gemüse nur regional zu kaufen!! Im Sommer kaum ein Problem. Selbst die bekannten Supermarktketten haben da ein reichliches Angebot, man muss nur aufpassen, was man kauft.
Auf Südfrüchte hab ich verzichtet. Keine einzige Banane, Zitrone oder Orange ist in meinen Einkaufswagen gewandert. Na gut, Ausnahmen gibts auch: Auch wenn ich selbst keine gekauft habe, so hab ich doch in der Arbeit welche gegessen und als ich mit Erkältung das Bett gehütet hab, hab ich aus Vitamingründen ein Sackerl Zitronen gekauft und ausgepresst. (Aller Anfang ist schwer :-)


Kirchlein am Berge

Tomaten und Gurken sind das größte Problem, da das kleine weiße wuschelige Meerschweinchen fast nichts anderes frisst. Keine Karotten, Kohlrabi, Fenchel,.. das wird alles nur angeknabbert, nur Gurken und Tomaten frisst sie massenweise. Und da ich wegen meinem Experiment mein Schweinchen ja nicht verhungern lassen kann, muss ich halt jetzt im Winter Tomaten aus Italien und Gurken aus Spanien kaufen. Aber wenigstens Bio.


Ein Putterl

Kartoffel, Karotten, Zwiebel werden direkt beim Bauern gekauft, das ist ja im Marchfeld eh kein Problem und in der Stadt gibts dafür Märkte.



Sonnenuntergang in Maria Taferl


Da mir jeder sagt, jetzt im Winter gibts nix frisches, hier ist was ich gefunden habe im großen Supermarkt und beim Diskounter:
Äpfel, Karotten, Zwiebel, Knoblauch, Weißkraut, Pastinaken, Fenchel, Steckrüben, rote Rüben, Rotkraut, Sellerie, Chicoree, Chinakohl, Lauch,...  -> alles aus Österreich!! Da kann man doch den Tisch decken.


Die Donau mit Entchen im Nebel

und hier ist was ich nicht gefunden habe:
Wirsing, Grünkohl, Kohlsprossen, Feldsalat, Schwarzwurzel,.. -> die ganzen eigentlich winterharten Gemüse kommen aus Italien oder sonst wo her. Traurig.


eingestricktes Fahrrad

Wie sieht es nun mit Getreide aus? Reis und Bulgur bin ich immer noch dabei, den letzten Vorrat zu verbrauchen, danach ist Schluss. Als Alternative gibt es eine Menge Körner wie Einkorn, Emmer, Dinkel, Buchweizen. Leider kommt das meiste davon, auch Bio-Haferflocken, Bio-Polenta und Bio-Weizengrieß aus Deutschland. Müsli mit rein Österreichischen Zutaten konnt ich nirgends finden. Da bleibt wieder die Option der Märkte und direkt beim Bauern.


Vögelchen am Pier

Den Vorsatz mein Brot selbst zu backen, hab ich bis auf wenige Ausnahmen eingehalten. Inzwischen ist es ein fixes Ritual: Jeden Freitag nach der Arbeit einen Teig geknetet, gehen lassen, noch mal durchkneten, Brot formen und backen. Dabei sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Walnussbrot, Olivenbrot, Apfelbrot, Kürbiskernbrot,... kann man alles ausprobieren. Geht ruck, zuck und schmeckt fantastisch.

Und wenn große Familien keine Zeit haben, dann ist ein Brotbackautomat eine gute Investition. Hab zwar selber keinen, aber mir sagen lassen von Freunden, dass es einfacher nicht geht. Zutaten hinein und einschalten, der Rest geht von selbst. Na bitte!!



Häuserecke

Käse hab ich selbst gemacht, Marmeladen und Chutneys sowieso und bald gibts auch eigenen Honig. (von glücklichen Bienen versteht sich :-)
Und da ich heute mein Weihnachtsgeschenk ausprobiert habe, nämlich eine Nudelmaschine, gabs heute selbstgemachte Spaghetti. Wär hätte gedacht, dass das so einfach geht.

Ich werds sicher mal fotografieren und euch zeigen, aber bis dahin gibts einen YouTube Link, wo es fantastisch erklärt wird. Und es ist tatsächlich so einfach. Nix hat zusammengeklebt oder war eine Patzerei.


Marterl am Wegesrand

So und hier kommt der Neujahrsvorsatz für dieses Jahr: 
1. Die Kantine in der Arbeit wird HÖCHSTENS einmal in der Woche genützt. Ansonsten gibts selbst mitgebrachte Speisen.
2. Bis auf die erwähnten Meerschweinchentomaten und Gurken werden Lebensmittel rein regional erworben.
3. Supermärkte und Einkaufszentren meiden (Mit Ausnahme Biosupermarkt und Buchladen!!)
4. Schokolade und Kaffee wird ausschließlich Fair Trade erworben. (Halt ich jetzt zum Großteil auch schon ein)
5. und natürlich der wichtigste Vorsatz: Ende des Jahres mein erstes eigenes Töpfchen Honig in der Hand zu halten.

sum sum und ein gutes schönes 2014
eure
Sa-Bine


An der schönen blauen Donau...


Wünsche zum neuen Jahr

Ein bisschen mehr Friede und weniger Streit.

Ein bisschen mehr Güte und weniger Neid.
Ein bisschen mehr Liebe und weniger Hass.
Ein bisschen mehr Wahrheit - das wäre was.

Statt so viel Unrast ein bisschen mehr Ruh.
Statt immer nur ich ein bisschen mehr du.
Statt Angst und Hemmung ein bisschen mehr Mut.
Und Kraft zum Handeln - das wäre gut.

In Trübsal und Dunkel ein bisschen mehr Licht.
Kein quälend Verlangen, ein bisschen Verzicht.
Und viel mehr Blumen, solange es geht.
Nicht erst an Gräbern - da blühn sie zu spät.

Ziel sei der Friede des Herzens.
Besseres weiß ich nicht.

(Peter Rosegger)

Sonntag, 22. Dezember 2013

Frohe Weihnachten

Vor kurzem betrachtete eine Besucherin mein Bücherregal mit den ganzen Büchern über Archäologie und alte Kulturen und fragte mich erstaunt, warum ich denn das ganze Zeug lese. Na warum wohl? -> Damit ich euch was drüber erzählen kann!!
Heute lautet das Thema also: Weihnachten! Schau ma mal, was es da zu sagen gibt.


Und während ich euch davon erzähle, zeige ich euch die Bilder, die ich gestern im Weihnachtsdorf in Schloss Hof gemacht hab.


Schloss Hof mit Bratislava im Hintergrund

Wir alle kennen die Geschichte. Der liebe Erzengel Gabriel erscheint einer hebräischen Dame und verkündet ihr, dass sie nun einen Sohn haben werde. Die Kirche feiert das Ereignis am 25.März als Maria Verkündigung. Eigentlich schade, dass sie keinen Feiertag draus gemacht haben, ich finde da gehört einer her.. :-) 
Aber warum nun der 25.März? Na ja, wenn wir 9 Monate dazurechnen, erhalten wir...
In der Bibel steht davon freilich nix. Auch nicht, dass die gute Maria eine Jungfrau war, diese ganzen Sachen hat man erst viel viel viel später dazu erfunden.


still und starr ruht der See...


Lukas erzählte in seinem Evangelium aus den Tagen Augustus, der gerne Geld kassiert hat und deshalb den Befehl erteilt hat, dass sich alle Untertanen von fern und nah gefälligst in Steuerlisten einzutragen hatten. 

Josef und seine liebe Frau kamen dieser Aufforderung nach und wanderten nach Judäa, genauer nach Bethlehem. Dort wurde es für sie an der Zeit und sie bekam einen Sohn, den sie in eine Krippe legte, weil in der Herberge kein Platz war.

Also auch die Geschichte von der Herbergssuche mit dem bösen Wirten gehört ins Reich der Legende. 








Marktstand



In vielen Geschichtsbüchern liest man die zweifelhafte Interpretation, dass es sich bei Jesus um nichts anderes als den Sonnengott der Christen handelt, der genau wie seine paganen Vertreter zur Wintersonnenwende zur Welt kommt. Das ist natürlich Quatsch, da das Datum erst im 4. oder 5.Jahrhundert festgelegt wurde. 

Warum das Datum nicht in der Bibel erwähnt wurde, ist auch klar. Damals hat man sich nicht für die Geburt, sondern nur für die Todestage der Märtyrer interessiert. 













Dass die Christen, als sie im 4.Jahrhundert Europa in Beschlag genommen haben, dann die Wintersonnenwende gewählt haben als Geburtstag, ist natürlich kein Zufall. Denn sie wollten die Erinnerung an die Götter der Römer und Kelten auslöschen und vor allem an die Feste, die im Winter zu deren Ehren gefeiert wurden.

Schafe mit Winterfell

Die Römer waren zur jener Zeit etwas wilder unterwegs. Ihr Sonnengott hieß ab dem 2Jahrhundert Sol Invictus (unbesiegter Sonnengott), dessen Geburtstag sie am 25.Dezember feierten. Eigentlich sollte er ja am Tag der Wintersonnenwende geboren werden, welche tatsächlich am 25.Dezember stattgefunden hat, als der liebe Julius Cäsar den Kalender reformiert hatte. Da der Gute aber die Schaltjahre nicht bedacht hatte, wanderte die Sonnenwende immer weiter vor. Bei der Kalenderreform vom alten Gregor war sie dann am 21.Dezember und ist es bis heute geblieben.




Die Römer wussten immer schon wie man Feste feiert. Lange vor Sol Invictus feierten sie Ende Dezember die Saturnalien zu Ehren von Saturn, den Gott der Aussaat. 

In Rom begannen die Feiern vor dem Tempel des Saturn mit einem Festgelage. An dem Tag wurden auch die Standesunterschiede aufgehoben und die Sklaven durften gleichberechtigt mitfeiern und -saufen...













Und nun zu den lieben Kelten. Die Menschen im Norden Europas hatten natürlich einen guten Grund, die Wintersonnenwende herbeizusehnen, denn nur so konnte gewährleistet werden, dass auch wieder der Frühling kommt.


Bienen überwintern im Hühnerhof
auch den Hühnern ist kalt

Da uns die lieben Kelten keine schriftlichen Aufzeichnungen hinterlassen haben, sind wir auf die Überlieferungen anderer angewiesen, was natürlich zu vielen widersprüchlichen Aussagen führt. Aber wahrscheinlich ist es genau so wie mit allen Geschichten: Ein Körnchen Wahrheit, ein Funke Übertreibung und ein bisserl Phantasie, dann kommts hin..

Pause mit Punsch

Nachdem die Christen ganz Arbeit geleistet hatten bei der Assimilierung alter Bräuche ist es heute nicht mehr wirklich feststellbar woher was kommt. Fest steht, dass die alten Kelten eine Göttin verehrten, auf die wir im ganzen europäischen Raum immer wieder in verschiedener Gestalt treffen. Es handelt sich dabei um Aspekte der Muttergöttin Frigg. Sie ist die Gemahlin von Odin und die Schutzherrin der Ehe und Geburt.




Weihnachtlich geschmücktes Bäumchen




Die zweite große Göttin der Kelten war Freya, die nordische Venus sozusagen. Die Göttin der Liebe. Aber nicht so eine süße kleine mit langem Haar, die nur die Männer bezirzte, wie ihr römisch-griechisches Pendant. 

Sie war eine kleine Wilde. Sie reitet an der Spitze der Schlacht und ihr gehört die Hälfte der Wal. (Die gefallenen Krieger, die an Odins Tafel speisen durften)













wilder Wein im Winter ohne Blätter


Die beiden Damen Frigg und Freya sind auch hin und wieder die selbe Person. Aus ihren Namen wurde später das deutsche "Frau" und natürlich auch der Freitag. 

Europa ist aber groß und die Dialekte sind verschieden, daher verformt sich der Name je nach Region und Zeitalter. Frau Fricke wurde auch Frau Holle genannt, die "weise Frau", später die "weiße Frau". Wissen wir doch. Wenn sie die Kissen schüttelt, schneit es auf der Welt.

Der liebe Odin, ihr Gemahl mach sich auf die Suche nach der weisen Frau und zwar tut er das in den Rauhnächten, der Zeit zwischen Weihnachten und dem 6.Jänner.








Dekoration an der Stalltür



Die Rauhnächte schlagen sich noch heute im Brauchtum nieder. Noch mir wurde als Kind beigebracht über Neujahr keine Wäsche aufzuhängen.

Das hat man früher deshalb nicht gemacht, weil man Angst hatte, dass sich die Wilde Jagd in der Wäsche verheddert. Die wilde Jagd waren Odin und seine Gefährten, die Frau Holle suchen und es offensichtlich bis heute tun. 

Eigentlich interessant, dass sich manche Bräuche über Jahrhunderte erhalten.









Bank zum Verweilen. Im Sommer dann.




Im Alpenraum hat sich die Göttin Freya als Perchta verewigt. Hier Wahrheit von Legende zu unterscheiden, ist gar nicht so einfach, weil die Nationalsozialisten sehr viel Unfug mit der germanischen Mythologie betrieben haben.

Die Perchtenläufe sind erst seit dem 15.Jahrhundert fix belegt, auch wenn die Göttin schon viel früher existierte. Die heilige Inquisition hat sämtliche Perchtenläufe verboten, aber da sie bis in die entlegenen Alpendörfer nicht kamen, haben sich diese Bräuche erhalten. 

Perchte selbst ist wie Frau Holle in den Rauhnächten unterwegs und reitet mit den Wind. Also bringt eure Wäsche in Sicherheit...





Der Weihnachtsbaum


Ganz ganz oben im hohen Norden gibts die Muttergöttin auch. Dort wurde sie später bei der Christianisierung zur Heiligen Lucia. 

Ihr Fest war die Sonnenwende, die bis 1752 in Schweden der 13.Dezember war.

Traditionell spielt die älteste Tochter einer Familie die Lucia. Sie trägt ein weißes Gewand und Kerzen auf dem Kopf. 

Wenn wir schon in Skandinavien sind, schaun wir uns noch das Julfest an, das Weihnachtsfest. Vermutlich kommt der Name von "Jolnir", der nordische Name von Odin. 

Winterimpressionen

Bevor der Weihnachtsmann zusammen mit dem Fernsehen in Skandinavien Einzug hielt, brachte der Julbock die Geschenke. Noch heute steht er als Schmuck unter dem Weihnachtsbaum. Was er ist? Ein kleiner Ziegenbock aus Stroh! 


Der Lichterbaum am Abend

Was hat es eigentlich mit Weihnachtsmann, Weihnachtsbaum und Geschenken und dem ganzen Trallala um Weihnachten auf sich? Gar nichts. Das reiche Bürgertum aus dem 18. und 19. Jahrhundert suchte nach Mitteln und Wege sich die Zeit um Weihnachten zu vertreiben und hat das alles erfunden. Zum Lustwandeln in den Barockgärten wars ja zu kalt, da hat man sich halt einen Baum in die Stube gestellt.



Aber mal ganz ehrlich: Das ganze Trallala war doch eine nicht so schlechte Erfindung. Ein beleuchteter Adventkranz in der Stube, der Duft nach Kerzen und frischen Keksen, da bleibt man am Abend gerne zu Hause bei der Kälte.. vor dem Fernseher!! Natürlich nicht. Sondern spielt Monopoly mit seinen Lieben, falls man welche hat, oder falls nicht, sitzt im Polstersessel und liest ein Buch.. oder schreibt Zeugs wie dieses ins Internet..



Krippe mit viel Stroh

 Damit beende ich meine heute etwas lang geschriebene Geschichte und wünsche euch allen frohe Weihnachten, bleibt gesund und dass die Sonne auch dieses Jahr wiedergeboren werde...


Frohe Weihnachten

Statt einem schönen Weihnachtsgedicht gibt es heute einen ganz kleinen Link zum Folgen:


Frohe Weihnachten auch an die, die keinen Polstersessel in der Stube haben...

eure
Sa-Bine



"Seid Ihr glücklich?" fragte ich sie. "Und wie sollten wir es nicht 

sein, da wir wissen, wo wir schlafen werden".

Antoine de Saint-Exupéry