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Dienstag, 17. September 2013

Das Weinviertel und das Leben im Bauernstand

Dieses Wochenende stand ein Besuch im Museumsdorf in Niedersulz an. Zu bewundern gibt es dort Bauernhäuser und auch wunderschöne Gärten aus dem Weinviertel aus längst vergangenen Zeiten.


Niedersulz im Weinviertel


Bis jetzt hab ich das Dörfchen immer im Sommer besucht, wenn alles schön bunt blüht. Diesmal war es ein interessanter Vergleich mal alles im Herbst zu sehen. Und während ich euch die schönen Bilder zeige, erzähle ich ein bisserl vom Leben auf dem Lande einst und jetzt.


Bemalung auf einer Parkbank


Ich habe mich schon immer gefragt, warum die Menschen sesshaft wurden. Die Wissenschaft ist sich über die Antwort dieser Frage auch noch nicht so einig. Ist ja auch schwer, wir können sie ja nicht mehr fragen. :-)
Zumindest gibts ein paar Anhaltspunkte.


Dorfimpression in rosa und rot

Wir wissen, dass die Menschen vor ungefähr 15.000 Jahren beschlossen haben, den Beruf "Jäger und Sammler" an den Nagel zu hängen und Bauer zu werden.

Na ja, so schnell gings natürlich nicht. Der Prozess hat mehrere tausend Jahre gedauert und ist noch nicht mal abgeschlossen. Die Buschmänner in Afrika leben zum Beispiel bis heute als Jäger und Sammler. Zumindest die wenigen, die von der Eroberung der westlichen Welt verschont blieben.

Aber warum denn jetzt?

Eine Theorie ist zum Beispiel, dass die Eiszeit zu Ende ging und es wärmer wurde. In Mesopotamien wurde es so trocken, dass nur mehr wenige Oasen mit Wasser und Nahrung übrig blieben. Dort ließen sich die Menschen nieder.





Weinpresse - museumsreif

Auch aufgrund des Klimawandels wurde das Wild immer weniger, was die Menschen dazu zwang, sich nach anderen Nahrungsmittel umzusehen.

Da kam das Getreide gerade recht. Nicht nur in Mesopotamien, auch in Asien zum Beispiel.

Das Getreide und die Viehhaltung brachten aber auch jede Menge Veränderungen in der Gesellschaft mit sich. Zum ersten Mal wurde die Nahrung nicht mehr geteilt. Aus dem bestellten Weizenfeld wurde "mein" Weizen. Besitz und Handel fanden Einzug in die Welt und weil da Streitigkeiten vorprogrammiert waren, erfanden die Menschen auch den Krieg während der neolithischen Revolution.

Alles in allem muss es aber doch positive Auswirkungen gehabt haben, sonst wären die Menschen ja nicht dabei geblieben. So ein eigener Bauernhof bietet ja auch Sicherheit vor Wind und Wetter.




Interior aus vergangenen Zeiten

Das Weinviertel ist eins der ältesten besiedelten Gegenden in Österreich. Es gibt Funde aus der Altsteinzeit, als die Menschen noch als Jäger und Sammler lebten. Der Fundus wird immer größer, wenn man sich der Jungsteinzeit nähert. (ca. 5.000v.Chr.)

Keramiken gibt es aus Grafensulz, Wetzleinsdorf und Laa/Thaya. In Gaweinstal stehen ein paar Hügelgräber aus der Bronzezeit herum (2000v.Chr.)

Aus der Eisenzeit (ca.750v.Chr.) sind Münzen, Schmuck und Eisenverhüttungsanlagen, zum Beispiel in Ladendorf, erhalten.

Tja und dann kamen die keltischen Stämme, die im für damalige Verhältnisse, dicht besiedelten Weinviertel hausten, zumindest bis zur Ankunft der Römer.


Aber warum nun ausgerechnet war das Weinviertel so dicht besiedelt? -> Ein Grund war der fruchtbare Boden, der sich leicht bewirtschaften ließ. Auch wenn es damals noch viel mehr Wälder gab als heute. Die Bernsteinstraße führte auch durch diese Gegend, was Reichtum durch Handel bedeutete.


kleines Päuschen Kaffee und Apfelstrudel


Blümchen im Vorgarten

Aus der Zeit der Völkerwanderung (also um 600n.Chr.) sind einige Gräberanlagen der gotischen Oberschicht erhalten. Zum Beispiel in Untersiebenbrunn und Laa/Thaya.  


Mit Karl dem Großen kamen dann die Franken und ab der Jahrtausendwende kann man davon ausgehen, dass das ganze Weinviertel flächendeckend besiedelt war.


Der gute Napoleon kam 1805 nach Hollabrunn. Allerdings nicht um Weinviertler Veltliner zu trinken, sondern um gegen die russisch-österreichischen Truppen zu kämpfen. Leo Tolstoi hat die Schlacht von Hollabrunn detailreich in Krieg und Frieden beschrieben.





Teddybärchen im Herrenzimmer

Käferle

Aber nun zurück zum Leben auf dem Lande. Ab dem 8.Jahrhundert gab es die Dreifelderwirtschaft. Das heißt Winter- und Sommergetreide und einer Brache, damit sich der Boden wieder erholen kann. 

Es gehört übrigens ins Reich der Legende, dass sich die Menschen früher hauptsächlich von Fleisch ernährt haben. Tierhaltung wurde nur im kleinen Rahmen betrieben, das Hauptnahrungsmittel war der Getreidebrei für die Armen und das Brot für die Reichen. 

Nachdem man Amerika entdeckt hat und festgestellt hat, dass es zwar nicht Indien ist, aber dennoch reich an tollen Schätzen, hat man angefangen, die dort einheimische Bevölkerung auszurauben und umzubringen und das geraubte nach Europa zu transportieren. Das Gold kam in die Schatzkammern und die Früchte aufs Feld. Kartoffel, Mais, Tomate,.. alles alte Amerikaner





Traktor für alle Fälle

Nachdem man im 18.Jahrhundert immer mehr technische Geräte erfand, wurde das Bauernleben einfacher und der Ertrag größer. Damit wuchs auch die Bevölkerung.


letzte Ruhestätte

Im Mittelalter gehörten der Bauernstand zum dritten Stand. Also nix mit der romantischen Vorstellung des Bauernhofes im Mittelalter. Dem Adel gehörte das Land, die Ernte und auch der Bauer. Er war völlig rechtlos und war total abhängig von der Großzügigkeit oder dem meistens genauen Gegenteil seines adeligen Besitzers.

alter Karren

am Brunnen vor dem Tore


Selbst die Eheschließung oblag der Zustimmung des Adeligen Bauernbesitzers.

Kinder gabs meist viele, denn man brauchte ja die Arbeitskräfte am Hof. Viele erreichten jedoch nie das Erwachsenenalter, da es ja weder Krankenhäuser noch moderne Medizin gab. Eine kleine Zahnfleischentzündung konnte bereits ein Todesurteil sein.

Apropos Zahnmedizin: Im Mittelalter waren die Zähne der Menschen meist besser als heute. Warum? -> siehe oben unter Ernährung. Es gab ja noch keinen Zucker und Produkte daraus, die die Zähne hätten kaputt machen können.

Das Durchschnittsalter zu Beginn des Mittelalters lag bei 25, später dann stieg es auf 50, was auch noch nicht sehr viel war.





kleine Biene im Landeanflug

Das Bauernhaus war meist spärlich eingerichtet. Die eine Hälfte diente natürlich als Scheune und Stall. Und dann gabs noch die gute Stube, in der nicht nur der Herd stand, sondern von Bauer, Bäuerin, Kind und Hund alles schlief. Auf Holzbänken, Pritschen und was sich so halt fand.

In reicheren Bauernhäuser gabs auch mal Schlafzimmer, aber die waren unbeheizt und daher meist saukalt.

Erst nach den Bauernaufständen, vor allem im Revolutionsjahr 1848, begann sich die Lage der Bauern zu verbessern.


ich glaube, ich möchte tauschen..

So und am Ende meiner Geschichte angelangt, gibts noch ein kleines Zitat eines Herrn Rosegger, das uns ein bisserl zu denken geben sollte:

Ach, wenn man nie und nie einen Mangel zu leiden hat, wie wird man da arm. Und wie war ich so reich damals, als ich arm war. - Peter Rosegger (Als ich noch der Waldbauernbub war)

Ich hoffe, meine kleine Führung durch die Geschichte des Weinviertels und der Landwirtschaft hat euch ein wenig gefallen und ich sehe euch beim nächsten Post wieder.
eure
Sa-Bine




weise Worte zu guter Letzt..


Mittwoch, 28. August 2013

Fotos aus der Toskana (Siena, Lucca, Pisa, Florenz)

So, der wohlverdiente Jahresurlaub ist wieder vorbei, das Wetter zuhause ist schlecht und Weihnachten kommt auch bald, denn im Supermarkt hab ich heute Lebkuchen entdeckt.

Als Erinnerung an den Sommer gibt es somit ein paar Bildchen aus der schönen Toskana. Das Wetter war ausnahmsweise hervorragend: Strahlender Sonnenschein die ganze Woche, was will man mehr!!!!


Den Flug nach Florenz von Wien-Schwechat aus kann ich nur empfehlen. Der Hauptflughafen in der Toskana ist nämlich Pisa, daher hat Florenz nur einen ganz kleinen Flughafen. Dementsprechend geht die Abfertigung auch ziemlich schnell und ohne langes Anstehen von statten.

Auf dem Bild ist auf der linken Seite  der Palazzo del Bargello, ein Stadtpalast, der im 13.Jahrhundert errichtet wurde und heute als Museum dient.

Gesichert ist das Ding wie Fort Knox, denn man muss durch einen Metalldetektor wie am Flughafen, ehe man rein darf. Keine Ahnung warum. Vielleicht haben sie Angst, dass jemand ein kleine 2-Meter Statue nach Hause trägt. Also man kann es mit der Sicherheit auch übertreiben.

Sehenswert ist das Bargello allemal. Unter anderem befindet sich dort der David von Donatello.




Im Sommer tummeln sich in der ganzen Stadt riesige Massen von Touristen. Man wird regelrecht durchgeschoben durch die engen Gasserln. Aber das soll den Reiz der Stadt nicht mindern. Da die Altstadt als Weltkulturerbe nicht verändert werden darf und noch immer mittelalterlichen Charakter hat, gibt es auf jeder Ecke was anderes zu entdecken. 


Kleine Geschäftchen mit Spezialitäten gibt es überall und natürlich jedes zweite Geschäft ein Eissalon. Daran kommt man als Toskana Tourist nicht vorbei. Man sollte jedoch ein bisserl vorsichtig sein, die Preise variieren von 2 Euro bis 4 Euro!! pro Kugel. Also am besten nach Eissalons in den Seitengassen suchen, die sind meistens billiger und schmecken auch nicht schlechter.

Möchte man die berühmten Uffizien besuchen, lohnt es sich, die Tickets im voraus im Internet zu kaufen, dann erspart man sich zumindest eine der Warteschlangen. Um dann ins Museum hinein zu gelangen, muss man trotzdem noch mal anstehen, also man kommt nicht drum herum, außer man bezahlt 4 Euro mehr für das Ticket, dann darf man auch ohne Anstehen hinein. Wow, was für eine Touristenabzocke!! :-)
Drinnen wird man dann belohnt mit Botticelli, Michelangelo und anderen Berühmtheiten.

Das links am Foto ist übrigens der Palazzo Pitti, jenseits des Flusses.



 Die hübsche Dame da steht in Garten Boboli, der sich vom Palazzo Pitti aus nach oben auf einen Hügel hin erstreckt, von dem man eine grandiose Aussicht über die Stadt hat.
Die gute Frau ist natürlich Demeter, die Kornmutter, erkennbar an den Ähren in der Hand. Von Griechenland aus ist sie nach Rom als Göttin Ceres gewandert. Die Renaissancekünstler, die ja alle ganz vernarrt in die antiken Mythologien waren, haben massenhaft Götterfiguren geschaffen, die in der Toskana verstreut herumstehen.

Am unteren Bild ist die berühmte Ponte Vecchio zu sehen, die Brücke über den Arno, die 1333 errichtet wurde. Auf ihr befinden sich kleine Läden, in dem heute Juweliere untergebracht sind, die ihren kostbaren Schmuck an Touristen verhökern.
Über den Läden befindet sich der sogenannte Geheimgang, der den Palazzo Vecchio auf der einen Seite des Flusses mit dem Palazzo Pitto auf der anderen verbindet. Warum der jedoch geheim sein soll, wo ihn doch jeder sehen kann, weiß ich nicht.







Die nächste Station meiner Reise war Lucca, ein kleines Städtchen im Westen der Toskana. Um in die Altstadt von Lucca zu gelangen, muss man durch eine Stadtmauer gehen, die bis heute vollständig erhalten ist. Am Bild ist der Turm des Doms von Lucca zu erkennen.

Nachdem Lucca recht klein ist, sind auch nicht ganz so viele Touristen anwesend und die Preise sind auch eher moderat. Also wer gerne Souvenirs sammelt, für den ist das dann die richtige Stadt in der Toskana.

Nachdem 1814 Napoleon gestürzt wurde, besetzten österreichische Truppen das Städtchen und Lucca wurde im Wiener Kongress der Spielball um die Macht in der Toskana.

Als Gartenfan möchte ich noch einen Besuch des botanischen Gartens im Süden der Altstadt empfehlen, in dem es viele mediterrane Gewächse und Kakteen zu bestaunen gibt.






Das nächste Ziel meiner Reise ist versteckt am Bild zu erkennen. Na, erraten??

Pisa ist ein hübsches kleines Städtchen mit verwinkelten Gässchen, durch das der Arno, von Florenz aus kommend, fließt, ehe er im Meer endet.

In Pisa befinden sich zahlreiche Universitäten und Schulen, die Stadt gilt als die Bildungshochburg in der Toskana.
Jetzt im August ist von den Studenten freilich nichts zu sehen, dafür stürmen Touristen in Massen den Dom, neben dem der schiefe Turm steht. Jener weicht übrigens genau 5,40 Meter von der Geraden ab. Er hat sich schon während der Bauphase vom dritten Stock zu neigen begonnen, aber man hat trotzdem munter weiter gebaut.

Raufklettern kann man auch, kostet allerdings 18 Euro!! 










Die gute Dame da oben liegt im Camposanto Monumentale, einen Gebäude hinter dem schiefen Turm. Ich bin eine Weile drin herum gewandert und habe mich über die vielen Totenköpfe am Boden gewundert, ehe mir durch die Lektüre des Reiseführers bewusst wurde, dass ich auf Gräbern spaziere.

Das Gebäude ist nämlich, wie der Name schon sagt, eine Friedhofsanlage. (camposanto = Friedhof)

Im 13.Jahrhundert hat man mit dem Bau begonnen. Seitdem wurden im Boden des riesigen Gebäudes Menschen begraben bis zum heutigen Tag. Den jüngsten Grabstein, den ich gefunden habe, ist aus dem Jahr 1996.









Weiter geht es mit meiner Lieblingsstadt: Siena

Das hübsche kleine Städtchen wurde genau wie Rom auf sieben Hügeln erbaut und ist heutzutage bequem vom Bahnhof aus per Rolltreppe zu erreichen. Erspart sich der bequeme Tourist den Anstieg.

Von der Stadtmauer aus bietet sich eine grandiose Aussicht über die Hügellandschaft der Toskana. Olivenbäume, Pinien, Zypressen, Weingüter,.. man kann sich gar nicht satt sehen.

Da Siena den Kampf um die Vorherrschaft in der Toskana gegen Florenz verloren hat, wurde das Städtchen links liegen gelassen, was zur Folge hat, dass es bis heute unverändert ist. Ein altes Gebäude reiht sich an ein anderes, durchzogen von winzigen engen Gässchen. Man kann auf diese Weise stundenlang durch die Stadt latschen, immer auf und ab und auf und ab...








Das oben am Bild ist der berühmte Piazza del Campo, auf dem jedes Jahr im August (zum Glück eine Woche bevor ich da war) ein Pferderennen abgehalten wird, wo die Bezirke Sienas gegeneinander antreten.

Die Bezirke sind an den unterschiedlichen Viecherln zu erkennen, die man überall an Hauswänden und Eingängen findet. (Ente, Fisch, Adler, Igel,..)

Der Dom von Siena ist auch noch sehr zu empfehlen, vor allem die Bibliothek -> ein Raum mit wunderschöner Wandmalerei an den Wänden und Decken.

Außerdem sind allerlei Kunstschätze von Donatello bis Ghiberti zu bewundern, auch hier hat sich die High Society der Renaissance ausgetobt.







Und zu guter Letzt noch das Allerwichtigste: Das Essen der Toskana. Weil die Märkte so schön farbenfroh sind, gibts dieses Foto auch in bunt. Zum Glück muss man sagen, ist das EU-konforme Gemüse noch nicht bis nach Italien durchgedrungen. In Supermärkten sowie in Markthallen und auf Ständen reiht sich frisches Gemüse und Obst in allen Größen und Formen. Paprika, die keinen EU-Standard aufweisen, Auberginen rund, oval, länglich, Tomaten in schwarz, rot, gelb und bläulich, man kann nur ins Schwärmen kommen. Und erst der Geschmack... So soll es überall sein, auch bei uns. Wir Österreicher sollten uns an der Toskana ein Beispiel nehmen. Wenn die auf Brüssel pfeifen, können wir das doch auch, oder?? :-)





Und nun wünsche ich viel Spaß beim Träumen von fernen Ländern und bei der anschließenden Urlaubsplanung.

eure
Sa-Bine


Montag, 5. August 2013

Olivenbrot mit Polenta

Dieses Wochenende war wegen einer anstehenden Hochzeit, für die ich eine Torte gebacken habe, erst am Sonntag Brotbacktag. Und in Vorfreude auf den Urlaub in der Toskana hab ich schon mal ein mediterran angehauchtes Brot gebacken.


Mehl, Polenta und Hefe in die Schüssel


Hier kommt die Zutatenliste:

300g Dinkelvollkornmehl
100g Dinkelmehl, weiß
100g Polenta (Maisgrieß)
1 Packerl Trockenhefe für 500g Mehl
1 EL Rosmarinnadeln
1 EL Honig
ca. eine Handvoll Oliven
ca.200ml Wasser


Aufgehzeit


Zunächst werden die trockenen Zutaten vermengt und dann mit Honig und ein wenig Wasser zu einen geschmeidigen Teig geknetet. Der darf ruhig ein bisserl trocken sein, weil die Oliven machen ihn nachher eh sehr weich. Es kommt auch kein Salz hinein, weil die Oliven eh schon sehr salzig sind.
Teig ca. 10 Minuten kneten und ca. 40-50 Minuten gehen lassen, bis er seine doppelte Größe erreicht.

Inzwischen die Oliven entkernen und halbieren und nach der Aufgehzeit in den Teig kneten. In eine Kastenform geben und nochmal aufgehen lassen. Backofen auf 225°C vorheizen.


Olivenbrot, am besten mit Butter drauf genießen


Form in den Ofen stellen zusammen mit einer kleinen Form mit kochendem Wasser und 10 Minuten backen. Danach auf 175°C reduzieren und so lange backen, bis das Brot schön braun ist und hohl klingt. Etwa 15-20 Minuten.

Abkühlen lassen und mit Butter und Tomatenscheiben servieren. Mmmhhh!! :-)

Geschmackstest: Bestanden! Das Brot ist schon weich und saftig und riecht nach Rosmarin und Oliven.


Hochzeitstorteüberbleibsel

Hier ist noch das allerletzte Stück der Hochzeitstorte, das übrig war.

Die Zusammensetzung ist folgende: 
Außen herum Kokoscreme mit Ferrero.

Innenleben von oben nach unten: 
1.weißes Biskuit
2.Himbeercreme
3.dunkles Biskuit
4.eine Lage Himbeerpürree
5.dunkles Biskuit
6.Schokoladecreme
7.eine Lage Marzipan
8.weißes Biskuit

und ganz oben drauf: Das Brautpaar!!




Samstag, 27. Juli 2013

Schneeberg + Wasser = Wiener Wasser (Wanderung in Puchberg)

Was macht der Randstadtbewohner, wenn der Wetterbericht 38°C in der Stadt voraus sagt? -> Na klar, er flieht in höhere Gefilde. 

Heute möchte ich von meiner Wanderung in Puchberg am Schneeberg erzählen und daneben ein paar Fakten vorbringen zu.... Quizfrage: woran denkt der Wiener, wenn er Schneeberg hört? -> Natürlich an Leitungswasser, denn das kommt aus Schneebergquellen, weils der liebe Kaiser Franz Josef so wollte. Also gehts heute um etwas, das weitaus wertvoller ist als die schönsten und größten Edelsteine der Welt: Das Wasser!!


Puchberg, Salamanderstation, im Hintergrund der Schneeberg

Meine Wanderung beginnt in Puchberg am Schneeberg und führt hinauf zum Öhlerschutzhaus. Insgesamt hat sie 4 Stunden gedauert mit einer kleinen Pause im Schutzhaus. (Leute, die weniger konditionslos sind als ich, werden die Wanderung wohl schneller hinkriegen..) :-)

Und hier ist sie, die Karte:


Hier geht es lang


Die Wanderung beginnt hinter dem Spar-Supermarkt und führt um den Haltberg herum Richtung Öhler. (blau). Der Rückweg (in rot) führt nach unten zum Haltberghof und entlang der Straße zurück Richtung Puchberg. 




Also zunächst mal die Wiese entlang, vorbei an den weidenden Kühen und den Berg hinauf. In 10 Minuten hatte ich die selbe Höhe erreicht, wie in den letzten Weinviertelwanderungen insgesamt. Aber mutig geht es weiter auf zum Gipfel.


Die erste Etappe ist geschafft

Nach dem ersten Aufstieg geht es zum Glück in den Wald hinein, da ist es auch nicht mehr so heiß und auf Waldboden geht es sich auch leichter als auf Geröll.



Die blaue Markierung zeigt den Weg

Ohne Wasser gäbe es kein Leben. Der Mensch besteht zu ca.65% aus Wasser, Babies aus 70%.
Doch vom gesamten Wasservorrat der Erde sind nur 3% Trinkwasser, der Rest ist Meer.


Der Mensch hat ziemlich früh erkannt, dass Wasser nicht nur zum Trinken zu gebrauchen ist. Auch Pflanzen wollen bewässert werden. So kam natürlich mit der Neolithischen Revolution auch die Bewässerung der Felder auf.

Vor 5.000 Jahren begannen die Bewohner Mesopotamiens die Flüsse Euphrat und Tigris zu regulieren, um so eine künstliche Bewässerung anzulegen. 

Noch viel älter sind die ersten Brunnenfunde, die schon Jäger- und Sammlerkulturen in der Steinzeit nützten. (zB Fundorte in Mähren)





Nach dem Waldweg und der Überquerung einer Lichtung kommt man zur letzten Etappe mit einem schönen Aussichtspunkt Richtung Puchberg.



Ja, das kleine Dörfchen da unten ist Puchberg


Vor 3700 Jahren war Wasser bereits so wichtig, dass die Normen für die Pflege der Bewässerungsanlagen im Gesetz festgelegt wurden. Und zwar im Kodex Hammurapi und der Ort ist natürlich Babylon.

Die Ägypter regulierten zeitgleich den Nil und auch die Armenier und Perser bauten fleißig an ihren Anlagen.

Griechische Ingenieure erfanden schließlich das Wasserrad, was die Sache wesentlich vereinfachte. Die Römer kamen dann auf die Idee, das Wasserrad nicht nur zur Bewässerung sondern auch als Antriebsrad für Mahlwerke zu benützen.

Zeitgleich erfanden auch die Chinesen und Inder das Wasserrad.







Nach einem letzten kleinen Anstieg über Geröllstraßen mit Aussicht nach Puchberg ist das Öhlerschutzhaus erreicht. Von Mi-So ist es ganztägig geöffnet. Und da ich nur begrenzten Wasservorrat mithatte und man ja immer viel trinken sollte beim Wandern, hab ich eine kleine Rast gemacht bei Apfelsaft mit Aussicht.


Geschafft! Kurze Rast im Öhlerschutzhaus, dann geht es weiter


Entlang des Weges gibt es eine Menge Tierchen zu bewundern. Eine Eidechse querte meinen Weg und die Luft war voller Schmetterlinge, die sich aber nicht fotografieren ließen, da zu schnell. Dafür gabs dieses Grashüpfer Dings, was immer es auch ist:



Mr. Flip (oder Mrs. ??)

Aber nun zu uns: Laut Greenpeace verbrauchen wir Österreicher 150 Liter Trinkwasser pro Tag und Kopf. Die Deutschen sogar ein bisserl weniger. Ein Amerikaner verbraucht bis zu 400 Liter. 
Aber beide Zahlen sind relativ gemessen an der Tatsache, dass 1 Milliarde Menschen gar keinen Zugang zu sauberen Trinkwasser haben. 

55 Liter verbraucht der Österreich bei der täglichen Körperpflege und beim Duschen. Was ist, wenn wir jetzt sagen, wir duschen nur mehr halb so viel? Ist dann die Welt gerettet? Nein, denn der wirkliche Wasserverbrauch ist noch viel viel höher.

Nicht in den Haushalten wird das meiste Wasser verbraucht, sondern in der Industrie. Ein paar Vergleichszahlen folgen..







Nachdem ein Donnern vom Schneeberg hinüber zu hören ist, ein kleiner Blick nach oben auf das Wetter: Ein paar Wölkchen, brütende Hitze, also weiter gehts. 



Wölkchen am Himmel am Weg nach unten
Für die Herstellung von 1 kg Weizen werden 1000 Liter Wasser verbraucht. Und da ist das Brot noch gar nicht fertig.

Für einen Kilo Rindfleisch werden 15.000 Liter Wasser benötigt und auch hier ist der Hamburger noch nicht am Tisch. 

Für ein Blatt Papier werden 10 Liter Wasser verbraucht.

Erdölverarbeitung, Verpackungsmaterial, chemische Industrie,... alles verbraucht Unmengen an wertvollem Nass.

Eines der Hauptprobleme ist unsere intensive Landwirtschaft, die nicht nur viel Wasser verbraucht, sondern auch dieses mit Nitraten und Pestiziden verschmutzt.









Der Abstieg hinunter zur Straße ist ziemlich geröllhaltig und steil. Also eine von den Straßen, wo du dich oben auf den Berg stellst und dann von allein hinunter rutscht. Das nächste Mal werde ich eine andere Route wählen.



Marterl mit Wegmarkierung

Doch wie können wir unseren Wasserverbrauch einschränken? Weniger duschen, weniger oft Wäsche waschen, damit können wir den Haushaltsverbrauch reduzieren, doch wie geht das mit dem Rest??

Irgendwelche Vorschläge???

Vorschläge aus dem Internet
  • weniger Fleisch essen 
  • Beim Einkaufen die Tasche mitnehmen spart Plastik
  • Für Leute mit Garten: Regenwasser sammeln
  • regionale und saisonale Produkte kaufen. Nahrungsmittel, die in Trockengebieten mit riesigen Bewässerungsanlagen hergestellt wurden und dann zu uns geschippert werden, sind riesige Wasserverbraucher.






Das Schild ist wohl für die Wanderer gedacht, die von unten kommen und das steile Bergstück nach oben latschen. Hätte ich diese Route für meinen Anstieg gewählt, wäre ich wohl zum Schluss auf allen Vieren Richtung Gipfel gekrochen. Nun ja, ein wenig Glück muss man auch haben. :-)


weise Worte am Wegesrand


und mit diesem letzten Foto verabschiede ich mich für heute. Puchberg ist wirklich ein toller Ausgangspunkt für allerlei Wanderungen, allerdings bei schönem Wetter empfehle ich eine frühe Anreise. Sonst wird es schwierig bei der Parkplatzsuche, wegen der Salamandergäste. 


Seit 2010 gibt es ein Menschenrecht mehr: Das Recht des Menschen auf Zugang zu sauberen Wasser!
Nicht alle UNO-Mitgliedsstaaten, darunter die USA, haben dem Recht zugestimmt. Auch viele EU-Staaten reagierten eher verhalten. Klar, wenn man von Lobbyisten gesponsert wird, die großes Interesse an der Privatisierung unseres Trinkwassers haben, damit ihre Konzerne noch mehr Geld machen können. 
Wasser ist unser Grundrecht und sollte es auch für immer bleiben. Und zwar überall auf der Welt!

einen schönen heißen Sonntag,
eure
Sa-Bine
  

Dienstag, 23. Juli 2013

Marillen-Chutney und Marillenkuchen

Heute dreht sich bei mir alles um die kleine runde süße Frucht:

Die Marille. Oder auch Aprikose - für meine deutschen Gäste. Ich hab am Wochenende vom Bauern im Marchfeld einen Korb Marillen erstanden und der musste verarbeitet werden. Nachdem ich 4 Gläser mit Marillen-Vanille-Marmelade gefüllt habe, habe ich aus dem Rest ein Chutney probiert. Passt hervorragend zu Gegrilltem, Fleisch, Fisch aber auch zu Räuchertofu.




Die Zutatenliste:

600g Marillen (Aprikosen) mit Kern gewogen
1 große rote Zwiebel, nicht zu fein gehackt
100g brauner Zucker
100ml Wasser
125ml Weißweinessig
1 EL zerstoßener Senfkörner
1 TL Kardamom
1 TL Zimt




Die Marillen werden kurz mit kochendem Wasser überbrüht und gehäutet. (Hab ich jetzt nicht so ernst genommen, weil sich die Schale eh zerkocht. Also wenn noch ein bisserl Schale dran ist, ist es auch nicht so schlimm)
Dann die Marillen zerkleinern und zusammen mit den restlichen Zutaten in einem hohen Topf aufkochen und eindicken lassen. Etwa 30 Minuten.
Zwei sterile Gläser vorbereiten und das Chutney noch heiß abfüllen. Deckel sofort verschließen und abkühlen lassen. Das ganze hält sich etwa ein halbes Jahr, ist also ein toller Vorrat für den Winter.




Und weil noch immer Marillen übrig waren und auch ein paar Zwetschken, hab ich auch noch einen ganz einfachen Blechkuchen gemacht.

Zutatenliste

160g weiche Butter
150g Honig
3 Eier
280g Mehl
2TL Backpulver
ca. 20-30 Marillen oder Zwetschken oder eine Kombination aus beiden, die Anzahl ist abhängig davon, wie gedrängt man die Früchte nebeneinander haben möchte. Je enger desto weicher und gatschiger wird das Ganze... :-)




Und nun den Backofen auf 175°C vorheizen. Die Butter mit dem Honig verrühren und nach und nach die Eier zurühren. Das mit Mehl vermischte Backpulver unterrühren. Falls es zu krümelig wird, mit ein bisschen Milch cremig rühren.
Den Teig auf ein vorbereitetes Backblech streichen und mit Marillen- oder Zwetschkenhälften belegen. Oder mit beidem.
Dann den Teig in den Ofen und ca. 30-40 Minuten backen. Wenn die Oberfläche leicht zu bräunen beginnt, ist der Kuchen fertig.

Fehlt noch eine Tasse Kaffee und schon ist der Nachmittag gerettet!! :-)




Die Marille (Aprikose) ist ein Bäumchen, das zu den Rosengewächsen gehört. Wie viele unserer Früchte hat sie ihre Heimat im Orient und in Asien. In Armenien fand man Marillenkerne bei Ausgrabungen aus der Jungsteinzeit. Von dort ist dann die süße Frucht um die ganze Welt gereist. 

In Österreich ist das Hauptanbaugebiet der Marille die Wachau, aber auch hier bei mir im Marchfeld kann man ein paar gute Früchtchen erwerben. 

Marillen enthalten viel Kalium und Eisen und einen sehr hohen Anteil an Beta-Carotin. Sie sind gut für die Haut und die Sehkraft und gelten als Krebsschutzfrucht. Aber natürlich nur, wenn sie im Rohzustand verspeist werden und nicht zerkocht in der Marmelade landen.

Konfuzius soll übrigens unter einem Marillenbaum meditiert haben und seitdem steht in seinem Heimatort Qufu ein Aprikosenbaumaltar. Der Tempel gehört zum Weltkulturerbe.